Sunday, 23 September 2018

Es braut sich was zusammen!

Der letzte Post-Titel "Knapp dran..." hätte besser nicht passen können.
Dass es im Frühjahr bei meinem Projekt im Kolosseum bereits recht knapp war, habe ich ja bereits erörtert.
Den Sommer habe ich dann fast vollständig in der Sommerresidenz verbracht. Überall anders, außer wohl Lurgrotte, wär's viel zu heiß gewesen, um noch halbwegs anständig zu klettern.
Bei meinem dortigen Projekt wurde es aber nie so Durchstiegs-spruchreif wie im Kolosseum.
Dies mag wohl einfach daran liegen, dass es sich mit 25m doch um ein ziemliches Ausdauergerät handelt, was mir nicht sonderlich liegt. Es gibt zwar 2 nicht so schlechte Rastpunkte, aber den zweiten konnte ich bisher noch gar nicht erreichen und der erste hilft anscheinend nicht genug.
Bis Mitte August versuchte ich mich also an "Sommerresidenz" (8a?), ehe es für eine Woche nach Deutschland ging, zuerst ins Frankenjura, dann kurz Berlin und schließlich nochmals Frankenjura.

Hier wollte ich mir am ersten Tag "Spiderman" (8a+, Grüne Hölle) auschecken, einfach nur um zu sehen ob evtl. Chancen bestehen könnten.
Chancen sah ich mir schon, aber sicher nicht für einen 4-tägigen Aufenthalt und auch für die Finger war die Belastung an den seichten 2-Finger-Pockets nicht gerade ein Segen.
Deshalb musste was anderes her.
Da es schon eher spät war und ich nirgends neues mehr hinfahren wollte, entschied ich mich noch einen Sprung zur Klagemauer zu schauen, wo ich mich seinerzeit (2012 u 2013) mal an "Windstärke 9" (7c) und "Jump" (7b+) probiert hatte.

Wo sollte ich nun hinein? Klar Windstärke war eine 7c und irgendwie reizvoller, ich entschied mich schließlich aber doch (zuerst mal) Jump anzugehen. Eine gute Entscheidung!
Nach einem Auscheck-Versuch, in dem ich schon recht weit kam (p.s. die Route ist nur 7m lang), konnte ich die Route an diesem Tag im zweiten Versuch recht locker abziehen.
Nun war ich zwar schon müde, aber motiviert durch den schnellen Durchstieg, stieg ich auch noch in Windstärke ein. Was für ein Brecher! Keine Chance an diesem Tag!

Am folgenden Tag kehrten wir abermals zur Klagemauer zurück, eigentlich wäre bereits der Weißenstein am Programm gestanden. Erneut ging es ordentlich zach und einen Zug konnte ich nicht wirklich auflösen.
Geschlagen trat ich den Weg zum Weißenstein an.

Der Weißenstein ist wohl mein Lieblingsgebiet in der Fränkischen. Gut überhängende (ca 35°) Kletterei an top Löchern und alles um die 15m  lang!
Weißenstein; ja es hängt :)
Von den schwereren Routen fehlt mir hier nur noch "Alles oder nichts" (7c) eine Kombination, die die ganze Zeit im Überhang dahinquert. Von 7c's hatte ich vorerst aber mal genug. Den restlichen Urlaub wollte ich mit 7a-Routen verbringen und einfach noch ein bisschen was klettern.

Meine Wahl fiel daher auf Dampfhammer, wohl der Ultraklassiker am Weißenstein (und in der gesamten Fränkischen) schlechthin. 
Die Einzelzüge waren alle recht easy, aber ich fühlte mich am nunmehr zweiten Klettertag doch schon etwas "ausgelutscht". Deshalb stand eine mehrstündige Pause mit obligatorischem Action-Directe-Besuch am Programm.
Action Directe (9a, Waldkopf)
Zurück am Weißenstein haute ich meinen ersten Rotpunkt-Versuch hinein, der auch ganz gut verlief. Ich schaffte es aber einfach nicht mehr die letzte Exe zu clippen und Exen auslassen ist im Frankenjura eigentlich nie eine Wahl, also Abflug.
Noch einen Versuch traute ich mir an diesem Tag nicht zu. Ich handelte mit meiner Freundin aber aus, dass wir am nächsten Tag etwas später nach Berlin losstarten würden und ich davor noch einen schnellen Versuch machen konnte. =)
Am nächsten Tag fühlte ich mich absolut alles andere als fit, kam zwar bis zur selben Stelle, aber noch gepumpter und ohne irgendeine Chance es diesmal besser zu machen.

Zurück aus Berlin haute es dann aber doch noch hin, auch wenn es ziemlich knapp war und ich beinahe in den letzten Platten-Moves ganz oben noch abgegangen wäre, so gepumpt wie ich war.
Als zu Mittag die Sonne hereindrehte, flüchteten wir in ein schattigeres Gebiet, die Püttlacher Wand. Hier konnte ich mir noch Ikebana (7a) im Dritten holen. Von dieser Route bin ich absolut begeistert und kann sie nur jedem wärmstens ans Herz legen. Für mich war es die bisher beste Route im gesamten Frankenjura, die ich klettern durfte.
Am nächsten Tag folgte noch ein schneller Durchstieg von "Pfeffersack" (6c+, Obere Schlossbergwände), ehe wir die Heimreise antraten.
Pfeffersack (6c+); coole Route! Einstiegsboulder dann easy (Henkel) zum Top.
War wieder ein toller Urlaub und wie immer sicher nicht das letzte mal im Frankenjura!

Zurück zu Hause hieß es erst mal die warmen Temperaturen abwarten bzw den Regen. Alles war abgesoffen, an Kolosseum gar nicht zu denken. Aber mit ca 22° konnte  interimsmäßig mal wieder dem Zigeunerloch ein Besuch abgestattet werden und eruiert werden, wo man eigentlich steht. Ansonsten war ich ja fast nur in Eigenprojekten unterwegs.
Dieser Status fiel überraschend positiv aus. So konnte ich etwa - erstmals überhaupt - in Kalachakra (8a+) den Anfangszug halten. Aber nicht nur das. Er ging fast schon zu einfach, statisch! Geil!

Als es wieder aufgetrocknet hatte stand natürlich sofort Kolosseum am Programm, auch wenn es mit um die 24° eigentlich immer noch zu warm war. Nun, es ging......so lala.
Ich war zwar sofort wieder gleich knapp dran wie im Frühjahr, aber die Aufleger im Crux-Boulder wollten nicht so recht gehalten werden. Zu schmierig, zu warm. Seitdem wartete ich nun auf bessere Bedingungen und nun ist sie endlich da, die nötige Kälte.

Also mal sehen, kraftmäßig braut sich auf alle Fälle was zusammen!


P.s.: Auch meine Route "No Remorse" (7c) im Kolosseum hat mittlerweile eine 2. Begehung erhalten. Hier das Video vom Durchstieg:


Wednesday, 18 July 2018

Knapp dran - 2018 bisher

2018 hat mit viel Motivation begonnen. Nachdem Mitte März das Arbeitspensum endlich etwas nachgelassen hatte, konnte ich mich - wie bereits im vorigen Post erwähnt - wieder einem alten Projekt im Kolosseum widmen.

Die folgenden Wochen waren daher recht intensiv: Viel putzen, auschecken, Ausdauer generieren und sich wieder ans Stürzen gewöhnen.
Zunächst ging dabei alles sehr beschwerlich. Ich schaffte es z.B. anfangs nicht einmal einen Pump zu bekommen. Vielmehr war ich spätestens nach 10 Zügen einfach leer. Dann wieder 5 Züge, leer; wieder 5 Züge, leer. Das war extremst mühsam!
Umso erfreuter war ich daher, als ich eines Tages im Zigeunerloch die Route Zigeunerradl kletterte und tatsächlich einen kompletten Ärmel aufriss. Das war ein Fortschritt!

Zurück im Kolosseum liefen die Versuche langsam aber sicher besser und ich traute mich auch wieder im Vorstieg etwas zu "riskieren". Riskieren heißt eigentlich nur zu stürzen, also an sich nix tragisches, aber die psychische Hemmschwelle war zuvor dennoch enorm, vor allem auch weil die Crux zwingend über dem Bolt zu klettern ist und aus einem satten Dynamo besteht.

Stigma (8a), besagtes Projekt im Kolosseum, lässt sich grob in drei Parts einteilen. Die ersten fünf "Zustiegsmeter", nur technisch aber nicht wirklich schwer. Dann ein Raster, ehe ein kurzer Boulder zur 3. Exe leitet. Dann wieder 3 leichtere Züge, ehe es mit der Crux losgeht. Diese ist extremst pressig. Man steht auf äußerst schlechten Tritten, an nicht allzu guten Griffen und macht fast einen Spagat, um den rechten "Tritt" zu erreichen, über welchen man sich dann hinauf schultert zu den zwei grausigen Auflegern, die als Startgriffe für den nachfolgenden Dynamo dienen.
Alles in allem also Spaß, Spaß, Spaß!
Nein wirklich, noch nie musste ich mich in einer Route extra vorher dehnen, um eine Tritt überhaupt zu erreichen. Hier aber war dies der Fall. Erst nach dem 1. Einstieg war die Hüfte immer beweglich genug, um wirklich geschmeidig nach rechts, auf die andere Wand, zu steigen.

Der Dyno fiel mir zunächst auch sehr schwer. Erfolgsquote bei ca 10%. Viel zu wenig für einen Durchstieg. Erst als ich eines Tages bemerkte, dass ich nicht einfach gerade hoch ziehen durfte, sondern mich bewusst über den rechten Fuß schieben musste, stiegen die Hoffnungen. Nun passte die Richtung perfekt und die Höhe kam ohnehin vom Schwung, den ich holte. Erfolgsquote neu: ca 50%. Das reichte!
Ab nun wusste ich, dass ich die Route klettern konnte und es nur mehr eine Frage der Zeit war, bis ich den Umlenker clippen würde.
Mein bester Versuch endete schließlich auch bei besagtem Dyno bzw eigentlich den Startgriffen. Würde ich aber den Dynamo einmal halten, würde ich es hinausklettern, das wusste ich, denn der 3. und letzte Teil der Route war zwar auch nicht leicht, aber sollte an sich gut kontrollierbar sein.

In wenigen Tagen aber stand etwas ganz anderes auf dem Plan, Urlaub auf Mallorca. Ich wollte daher unbedingt noch einmal vorher hin. Gesagt getan. Im Kolosseum angekommen, mussten Gernot und ich allerdings enttäuscht feststellen, dass die Wand komplett "abgesoffen" war. Es hatte in den Tagen zuvor einfach zu viel geregnet. Dies besserte sich auch nicht, als ich wieder zurück in Österreich war.
Irgendwann war klar, dass dieses Projekt wohl auf den Herbst warten müsste, denn auch die mittlerweile Einzug haltenden, hohen Temperaturen waren Gift für einen Durchstieg, da die beiden Aufleger vor dem Dyno wirklich alles andere als gut sind.

Aber sei es wie es sei, alles jammern hilft doch nichts und Stigma ist ja nicht die einzige Route, die ich dieses Jahr in Angriff nehmen wollte.

Als das Wetter sich wieder besserte und die Temperaturen weiter stiegen, begab ich mich daher zur Sommerresidenz, jenem Spot, den ich bereits im vorangegangenen Post ein wenig vorgestellt habe (Fotos).
Und nomen est omen! Hier oben ist es rund 8° kühler als in Graz und meistens weht ein angenehmer Wind. Perfekte Bedingungen also im heurigen Jahr, wo die 30° Marke bisher nicht wirklich geknackt wurde. Teilweise war es mit um die 15° C sogar recht kalt.

Am Programm stand hier mein im Vorjahr (2017) geboltetes Projekt mit dem selbigen Namen.
"Sommerresidenz", eine sehr technische und sehr Körperspannungs-lastige Route, die wegen ihrer 24m auch einiges an Ausdauer erfordert.
Die Schlüsselstelle bilden aber zwei Boulder. Der eine bei Exe Nr. 7 nach etwa 14m, der andere bei Exe Nr. 10 nach ca 20m.
Auch hier galt es nun erstmal wieder Ausdauer aufzubauen und sich erneut ans Stürzen zu gewöhnen.

Mittlerweile konnte ich schon bis zur ersten Crux durchklettern und ich bin zuversichtlich diese bald auch von unten durchzuklettern. Vielleicht kann ich danach im Loch ein wenig rasten, ehe es in die zweite, finale Schlüsselstelle geht. Mal sehen!
Mal sehen deshalb, weil es nun erneut nach Mallorca geht, wobei diesmal sicher auch klettern am Programm steht, denn ich will meine mühsam erkämpfte Ausdauer nicht wieder - so mir nicht dir nichts - verlieren.

Ich hoffe wirklich, dass ich die Route heuer noch punkten kann, aber es ist halt ein Sommergebiet. Ab September ist es wohl zu kalt. Außerdem muss ich dann auch wieder arbeiten und meine Kletterzeit ist auf die Wochenenden beschränkt :(
We will see!

Auf alle Fälle wartet im Herbst dann ohnehin wieder Stigma.
An beiden Routen so knapp dran zu sein und keine durchzusteigen, wär schon wirklich bitter!

Anbei noch ein kurzer Ausschnitt aus "Sommerresidenz" (7c+/8a?):

Saturday, 7 April 2018

Rückblick Herbst 2015 bis 2017; Ausblick 2018

Rückblick:

Dass man hier nichts mehr von mir gehört hat, hatte seinen guten Grund:
2015 im Herbst befand ich mich in einer harten Trainingsperiode, mit viel Bouldern, Campusboard, Leistenhängen und Blockierkraft. Eines Tages hatte ich am Vormittag wieder eine Bouldersession gemacht und am Nachmittag war noch Leistenhängen geplant. Irgendwie wollte ich auch noch die Blockierkraft hineinbringen, weswegen ich mich dazu entschied, das Leistenhängen etwas aufzupeppen, indem ich abwechselnd 120°, 90° und Full-Lock hängte, die Finger natürlich maximal aufgestellt. Beim Full-Lock hatte es dann im rechten Zeigefinger etwas gestochen, aber ich dachte zuerst nicht, dass das nun tragisch war. War eben eine hohe Belastung. Also vollendete ich die Trainingssession noch, mit Standard-Leistenhängen, das heißt ohne die 90° und Full-Locks. Der Finger hatte dabei auch nicht weiter weh getan. So weit so gut. Nur, als ich mich danach ins Auto setzte und den Motor anstarten wollte, gab es mir bei der Drehbewegung des Schlüssels einen enormen Stich im Finger, als ob ein Nerv eingeklemmt wäre, oder dergleichen. Da war klar, dass vorhin vielleicht doch etwas mehr passiert war, als zunächst gedacht.
Daher war die klare Antwort: Jetzt einmal ein paar Tage Pause.

4 Tage später stand ich dann wieder auf der Peggauer Wand. Beim Aufwärmen spürte ich den Finger zwar etwas, aber das verging und so begab ich mich danach in Kirikou (8b+) und Bruchheinzi (8a). Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber nach dem Klettern hat sich der Finger dann stark entzunden.
Nach wiederum ein paar Tagen Pause dasselbe Spiel.
Bruchheinzi ging nun zwar schon sehr gut und in meinem 3. Versuch konnte ich bereits die Schlüsselstelle bis zu den Untergriffen durchklettern (sogar ohne Vorclippen der ersten beiden Schlingen), dafür wurde es nach jedem Peggauer-Wand-Besuch schlimmer als beim vorangegangenen und schließlich war klar, dass eine längere Pause hergehörte.
In der Schlüsselstelle von Bruchheinzi (8a, Peggauer Wand)
In den Wochen nach meinem letzten Peggauer-Wand-Besuch Ende Oktober 2015 fühlten sich beinahe alle Körpergelenke (Knie, Ellenbogen, sämtliche Fingergelenke) geschwollen und entzündet an. Vielleicht eine Art Systemreaktion.

In weiterer Folge standen einige Arztbesuche und eine Physiotherapie am Programm. Gebessert hat sich der Finger seitdem leider nicht wirklich und was genau anliegt, weiß ich auch heute noch nicht.
Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass es ursprünglich von einer Fehlstellung der Wirbelsäule herrührt, die sich über die Jahre aufgebaut hat - Ausgleichstraining war mir (außer für die Schulter) leider immer ein Fremdbegriff - und die Überlastung letztlich nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Aber egal, was folgte war eine komplette Neuorientierung: Klettern konnte nicht weiter den Lebensinhalt stellen. Das funktionierte eine Zeit lang auch ganz gut. Gelegentliche Versuche doch mal wieder etwas zu machen bzw ein Comeback zu starten, versandeten immer mit dem ernüchternden Gedanken, dass ich ja nicht freiwillig aufgehört hatte und daher auch nicht mal ebenso wieder mit dem Klettern beginnen könnte. Es ging zwar, aber mit war auch immer die Gewissheit, dass im Finger irgendetwas auch weiterhin nicht passte.

So ging das rund 1 1/2 Jahre und das Klettern hatte wie gesagt an Wichtigkeit verloren.
Im Frühjahr 2017 war ich dann aber doch wieder etwas motivierter und begab mich eines Tages zum Mixnitzer Blockfeld. Ich schlug einem Freund vor, doch einmal den Haifischzahn (7A) zu probieren und boulderte selbst auch ein wenig mit. Als ich merkte, dass ich mich gar nicht mal so blöd anstellte - trotz 1 1/2 jähriger Pause - und ich tatsächlich Chancen sah, das Ding zu bezwingen, stieg die Motivation rasant. Und tatsächlich konnte ich einige Tries später, noch am selben Tag, meinen Durchstieg von Haifischzahn feiern. Was für ein Gefühl! Gleich am ersten Felstag wieder einen 7A-Boulder zu bezwingen war grandios.

Als nächstes wollte ich mir nun ein altes Boulder-Projekt aus 2015 ansehen und abchecken ob ich vielleicht auch hier noch Meter hätte. Der Boulder befindet sich am von mir so getauften 3.50er Block in Mixnitz. 3.50er Block daher, weil ich seinerzeit nur mehr 3,50 € vom Monatsgeld übrig hatte und der Tank bereits recht leer war. Kurzerhand entschloss ich mich, dass ich durchaus zwei Tage nur von Nudeln mit Öl und Brot leben könnte, ich aber unbedingt diesen Boulderblock begutachten will, den ich zuvor von der anderen Bachseite ausgemacht hatte. Also fuhr ich zur Tankstelle, zahlte eine Mini-Tankladung von 3,50 € - genug um nach Mixnitz und retour zu kommen - und zog los. Es hatte sich ausgezahlt!
Von anderen Bouldern wurde er, wie sich aus Gesprächen herausstellte, bisher links liegen gelassen, weil zu einfach/Griffe zu groß.
Dass der Block teilweise ganz schön überhängt und die Tritte recht bescheiden sind und auch die Griffe gar nicht immer so enorm groß sind, ist ihnen dabei wohl entgangen. Mir soll's recht sein, denn so hatte ich die Möglichkeit mich mit einem schönen Quergang zu verewigen.

2017 machte ich mich also eine Woche nach der Haifischzahn-Überraschung auf den Weg zum 3.50er Block, um besagten Quergang zu probieren, bei dem ich 2015 bereits sehr knapp dran war, war ich doch beim vorletzten Zug - die Schlüsselstelle lag bereits hinter mir - "geflogen".

Auch diesmal war die Überraschung nicht gering. Auch hier ging es nicht schlecht und zumindest die Einzelzüge fühlten sich machbar an. Da der Boulder hauptsächlich Lochkletterei bietet, war er auch optimal für meinen Finger, weil ich alles hängend greifen konnte.
Die Versuche liefen in weiterer Folge immer besser und ein paar Sessions später, konnte ich auch dieses alte Boulder-Projekt abhaken (Living On - 7A+/B)
Ein Video befindet sich unter folgendem Link:



(2015 hatte ich außerdem bereits einen etwas leichteren Boulder an der Kante gemacht, der ca bei 6c/+ eincheckt. Auch dazu gibt es an sich ein Video, dass ich aber wahrscheinlich erst später in eine kleine Compilation mit anderen Bouldern vom 3.50er Block packen möchte.
Also, es sind auf alle Fälle noch ein paar Linien möglich und für die unerschrockenen unter euch: Man kann auch richtig grausliche Highballs (ca. 8m!) machen, wenn man ein wenig putzt.
Falls also jemand Lust hat sich den Block mal anzusehen, hier eine kleine Zustiegsbeschreibung:

Dem markiereten Bärenschützklammweg bis zum Brunnen (Nadelspitz-Abzweigung) folgen und noch etwa 3-5 min weiter, wo eine Forststraße links leicht bergab führt. Dieser kurz folgen und sogleich auf einem weiteren (verwachsenerem) Forstweg rechts leicht bergauf. Nach ca. 2-3 min ist der Block gut sichtbar. Gesamte Gehzeit ca. 30 min ab dem Parkplatz.)

Es war so, als ob es diese 1 1/2 Jahre Pause nie gegeben hätte!
Als nächstes machte ich mich über den Waldstein-Aufwärmer (7a) her. Auch dieser schien machbar. Problematisch war nur, dass es mittlerweile schon sehr warm wurde und dass dieser Boulder wieder mehr Fingerpower erfoderte. Die Power war nicht das Problem, der Finger schon.
Waldstein-Aufwärmer (7A fb)

Kurz gehalten: ich konnte auch diesen Boulder schließlich abhaken, dafür war aber klar, dass ich aufgrund der zunehmenden Schmerzen im Finger, wieder länger pausieren musste. Den Rest des Jahres verbrachte ich daher mit meiner Zweit-Lieblingstätigkeit: Einbohren!
Hierzu allerdings später in einem eigenen Post. Obwohl man gespannt sein darf. So viel sei verraten. Das Grazer Bergland erhält ein weiteres Sommergebiet, mit Temperaturen um die 7-8° weniger als in Graz und meist einer angenehmen Brise Wind, also auch noch super kletterbar, wenn's mal wieder 30° C und mehr hat. Hier noch ein paar Fotos vom Spot:
Der zentrale Wandbereich...hier gehen ein paar schwere Dinger.
Auch im unteren Bereich wären ein paar Routen möglich.

Die Kante ist ca. 7a





Ausblick 2018:

Diesen Winter habe ich gemerkt, dass mir das Klettern mittlerweile doch sehr abgeht und ich mich irgendwie unvollkommen fühle, wenn ich nicht klettere. Ich will daher heuer wieder mehr Gas geben, allerdings immer mit Rücksicht auf meinen weiterhin angeschlagenen Finger.
Bis dato hat sich 2018 bezüglich Durchstiegen noch wenig getan, aber die Saison hat ja auch erst vor kurzem begonnen.
Heuer überwiegt auch eindeutig wieder die Seilkletter-Motivation. Das bedeutet zwei Sachen:

1. Ich muss mich langsam wieder ans Stürzen herantasten, was nach 2 1/2 Jahren ohne Sportklettern wieder eine ziemliche Herausforderung darstellt.
2. (Kraft-)Ausdauer hab ich derzeit null. Nach ca. 5 schweren Zügen bin ich leer und die Finger gehen auf. Deshalb war ich gestern positiv überrascht als ich im Zigeunerradl einen Pump bekommen habe, weil ich eben nicht nur leer wurde, sondern endlich auch wieder ein paar Züge aneinander hängen konnte.

Davor hatte ich mich wieder an meinem "Alt-Projekt" Stalker (8b) probiert. Same procedure as every year halt. Die gute Nachricht hierbei war, dass es nicht wirklich schlechter ging als 2015 und ich sogar einen neuen Tritt für den Schlüsselzug entdeckt habe, der mir super passt. Die schlechte Nachricht dagegen: Meinem Finger hat das Ganze weniger gut gefallen und er hat mir das auch gleich wieder mit Schmerzen gemeldet.

Das heißt von Stalker werde ich mich bis auf weiteres einmal fernhalten. Ins Rampenlicht rückt für mich vorerst nun ein altes Projekt im Kolosseum aus 2014. Damals hatte ich die Route "Stigma" (8a) bereits einmal ein wenig probiert, dann war das Kolosseum aber komplett abgesoffen (2014 war ein sehr feuchter Sommer) und schließlich ging es ab ins Erasmus-Semester auf Mallorca.
2015 hatte ich dann nie wirklich den Ansporn mich wieder daran zu versuchen.
Bin also gespannt wie es heuer läuft!
Putzen, putzen, putzen, putzen ;)


In der Crux herrscht zunächst Planlosigkeit...

Des weiteren hab ich vor ein paar Routen in meinem neuen Sommergebiet zu verwirklichen, welches ich letztes Jahr entdeckt habe und bei welchem dann 2017 auch gleich 4 Routen eingebohrt wurden. Aber wie gesagt: dazu später ;)


Monday, 21 August 2017

Zwei neue (leichte) Routen im Zigeunerloch

Wer geglaubt hat, dass das Zigeunerloch bereits fertig erschlossen ist, dem muss ich mit einem klaren "Nein!" entgegnen. Obwohl ich aber ehrlicherweise zugeben muss:
Solche Routen, an die man bei diesem Klettergarten normalerweise denkt, nämlich an richtig harte "Projekt-Bretter", sind die beiden neuen natürlich nicht.
Aber schon vor einiger Zeit hatte ich mir gedacht, dass man am linken Rand, also ein paar Meter neben der Schölli (5c+ bzw. VI UIAA), noch eine relativ leichte Kletterei hinzufügen könnte.

Heuer war die Motivation dann groß genug und Ende Juli (2017) hab ich mich dazu durchgerungen mir das Ganze einmal genauer anzusehen. Die Bohrmaschine hatte ich schon dabei und nach einem etwas gefährlichen Schrofen-/Graskletterei-Free-Solo stand ich endlich bei dem markanten Baum, der mein Abseilpunkt werden sollte.Und siehe da: es waren ein paar echt nette Klettermeter.

So, und da das eigentlich nur eine Info und keine Erzählung werden sollte, wir mir gerade einfällt, lass ich das jetzt sein. Lediglich dass heute dann noch eine zweite - noch leichtere - Route dazugekommen ist, sei abschließend erwähnt.

Und hier die "hardfacts":

Bei beiden Routen wurde der Umlenker nun mit einem zweiten Bohrhaken rückversichert. Vor allem "Die kleine Raupe Nimmersatt" gehört aber noch ordentlich geputzt. Habe zwar schon einiges lockeres Gestein heruntergeräumt, aber dafür ist es nun ziemlich dreckig. Werde daher demnächst mal mit Bürste(n) hinschauen. (Stand 10.09.2017)

Die beiden Routen sind (von links):

1) Die kleine Raupe Nimmersatt......IV- UIAA....ca. 10 m.....5 Bolts
2) Little Crocodile.............................IV+ UIAA....ca. 13 m.....7 Bolts


Viel Spaß beim Klettern!


Saturday, 4 July 2015

Atheist (8a); der wichtige Befreiungsschlag!

Der Mai begann wie gesagt damit, dass ich endlich wieder normal klettern konnte. Zudem war ein Freund aus Polen bei mir zu Besuch und so kam ich ganz schön herum in den heimischen Gebieten. Ok, soviel dann auch wieder nicht, aber immerhin ein paar verschiedene Gebiete konnte ich ihm zeigen.
Weil eines der Top-Gebiete bei uns nun einmal die Hintere Arena ist, führte unser Weg auch dorthin, obwohl ich bis dato kein wirklicher Fan von ihr war, keine Ahnung wieso!
Am dritten Arena-Tag, ich war immer nur zum Sichern mitgekommen, wurde es mir zum Schluss dann doch ein wenig zu fad und mir kam die Idee, dass ich mir doch mal "Vagina diaboli" ansehen könnte, war ich doch nach den Stalker-Erlebnissen wieder frei auch mal eine andere potentielle erste 8b zu probieren.
Gesagt getan. Leider hatte ich aber nur meine "Notfall-Patschen" alias La Sportiva Mythos mit in Mixnitz und auf den kleinen Tritten war das in dem Grad dann gar nicht mal soo geil. :-P
Dennoch, die Züge bis zum 5. Bolt hatten es mir angetan und so verbrachte ich die nächsten 3 Wochen hauptsächlich mit dem Auschecken dieser Route bzw auch schon ersten Versuchen. Mein bester ging dabei bis einen Zug vor den Raster (an den Untergriffen). Dann wurde es aber konstant wärmer und schwüler und der Spaß und auch die Steigerung ging verloren, weshalb ich mich wieder von "Vagina" abwandte, um sie dann erst im Herbst erneut zu probieren.
Natürlich würde es die eine oder andere kühlere Phase auch im Sommer geben, aber das ist mir einfach zu unsicher denn diese Phasen wären wohl zu kurz für eine Durchstieg und im Endeffekt wäre ich wahrscheinlich nur demotiviert.

Deshalb verlagerte sich mein Interesse schließlich hin zur Lurgrotte, genauer zu einem Projekt, welches ich schon im Vorjahr zu bohren begonnen hatte. Die Gesamtlinie hat ca 45 Klettermeter!!! Mit einem 80er Seil geht es sich mit der Seildehnung gut aus!
Die Schlüsselstelle hatte ich beim Einbohren aber eher im unteren Teil der Route vermutet und es war auch tatsächlich sehr schwer. So beschränkte ich mich vorerst einmal darauf den untern Teil zu klettern; ein Zwischenumlenker war ohnehin geplant, auch um die Gesamtlänge mit einem 70er Seil klettern zu können.

Die Züge waren durchwegs nicht easy, ziemlich pressig alles in allem und es zeichnete sich eine Ausdauerroute ab, da die Rastpunkte eher bescheiden ausfielen und die Crux kurz vorm Schluss kommt, man sie also schon ein wenig angeschlagen klettert.
Was mir zu echten Versuchen noch fehlte waren aber zwei Clippositionen.
Als ich dann vor etwa zwei Wochen einen neuen Highpoint erreichte und mein Versuch letzlich deswegen ein Ende fand, weil ich nicht wusste wie/wo ich am besten clippen sollte, nahm ich mich auch diesen Problems an und war, als sich alles zu meiner Zufriedenheit aufgelöst hatte, sehr zuversichtlich das ich sie schon bald "kassieren" könnte.

Nun, die Versuche wurden wirklich besser und beim nächsten Besuch kletterte ich bereits bis zur Crux. Nun trat aber ein anderes Problem auf. War es die letzten Tage angenehm kühl gewesen mit Temperaturen um 15-20°C in Semriach, so zeigte die Prognose nun in Richtung Hitzewelle.
Dabei brauchte ich nicht allzu viel Fantasie um zu erraten dass sich die Crux-Minileisten bei 25° und mehr nicht unbedingt leichter halten lassen würden und so wuchs neben der Zuganzahl die ich rotpunkt klettern konnte auch die Sorge, dass der Durchstieg bald doch wieder in weite Ferne rücken könnte.

Umso bitterer war es deshalb, als ich an meinem letzten geplanten Lurgrotten-Tag gleich dreimal hintereinander beim letzten schweren Zug herausfiel. Hätte ich den Zielgriff gehalten wärs wohl vorüber gewesen, aber ich konnte die rechte Leiste mangels Grip einfach nicht mehr "zumachen" und daher keine gescheite Aufwärtsbewegung einleiten. Also Abflug!
Völlig demotiviert verließ ich den Ort des Geschehens und nur sehr widerwillig kehrte ich am nächsten Tag abermals zurück. Eigentlich wäre ich lieber Bouldern gegangen, um mal wieder was maximalkräftiges zu trainieren und etwas Abstand vom Projekt zu gewinnen, aber ich hatte schon ein paar Tage davor mit zwei Freunden ausgemacht, dass wir Lurgrotte schauen und so kam ich gezwungenermaßen nochmals zurück.

Zwar mit dem Glauben das es gehen könnte, aber auch dem spürbaren Fakt dass es sehr heiß war stieg ich ein.
Ich hatte mir zuvor vorgenommen ein kleines Detail meiner Durchstiegstaktik zu ändern; und zwar wollte ich versuchen direkt vor der Crux, dort wo man normalerweise den vorletzten Bolt hängt, kurz nochmal meine rechte Hand zu chalken, um dan eventuell den nötigen Grip auf der Leiste zu haben, von der ich tags zuvor 3 mal abgegangen war.

Ich klettere vom Raster los und es läuft gut; nicht übermäßig gut aber gut. Als ich an besagter Stelle ankomme fühle ich mich fitter als bei den letzten Versuchen.
Dennoch, das Chalken bleibt eine absolute Wackelaktion und beinahe gehe ich ab. Beinahe! Aber es geht weiter und schließlich bin ich wieder bei meiner "Crux-Leiste". Ich kann sie zwar auch an diesem Tag nicht so zuknallen, wie normalerweise, wenn ich aus dem Seil sitzend hinkomme, aber es reicht dennoch für den nächsten Zug. Dann noch ein leichterer Zug und zweimal die Füße hoch anstellen, kurz das Ronout genießen.... - NICHT! :) - und ich clippe den letzten Bolt.
Mich trennen nur noch 4 Züge vom Umlenker. Nur nichts verhauen!
Mach ich auch nicht und kurz darauf hab ich's hinter mir! Geil!

Ein Jahr hat es gebraucht dass ich mal wieder ein Projekt durchsteigen konnte, ein volles Jahr! Das letzte war mir am selben Spot, am 9. Juli 2014 geglückt und trägt den Namen "Freigeist gone wild".
So gesehen war dieser 3. Juli 2015 ein denkwürdiger Tag für mich und ich hoffe das der "Fluch" nun endlich gebrochen ist.
Direkt nach dem Durchstieg...
(Ich hab vor noch ein Foto-Session zu machen um coole Bilder hochladen zu können, sorry dass es derzeit nur dieses unspektakuläre gibt.)

Die Route heißt "Atheist", auch deshalb weil ich den Glauben an meine Religion "Klettern" schon verloren geglaubt habe. Ich denke 8a sollte für sie gut passen, aber ihr wisst ja eh wie das so ist mit den Graden.
Im Endeffekt sollte es mir ja eigentlich ziemlich egal sein, aber ich bin ehrlich: es ist mir trotzdem wichtig. :-)

So, und jetzt dann mal Kurzurlaub im Frankenjura!!! ;-)
C ya

(M)ein "Lebensretter" namens Antihydral

Es ist schwer all die Ereignisse und Erlebnisse der letzten Monate zu Papier zu bringen.
Ich versuch es einfach trotzdem mal.

Die Zeit nach der "Engage-Extension" war vorerst von selber Prägung wie mein Mallorca-Aufenthalt...scheiß Haut, deshalb keine Chancen in etwaigen Projekten, deshalb Demotivation, ja sogar Frustration die sich in mir breit machte, bzw eh schon längst breit gemacht hatte.

Die alte Leier mit der kaputten Haut, daueraktuell seit Mitte September 2014, sollte mich noch etwas länger beschäftigen. Die Tape-Variante, die ich in meinem letzten Post beschrieben habe bot zwar kurz ein wenig Abhilfe und war sicherlich von entscheidender Wichtigkeit für meinen "Engage"-Durchstieg, aber halt leider dennoch nur eine Zwischenlösung.

Abermals versuchte ich es mit einer Pause, glaubte ich doch diesmal endlich wirklich den "heiligen Gral" für die Rückkehr zu normaler Haut gefunden zu haben.
Meine durchaus schlüssige These: Ich hatte nach den vorangegangenen Pausen immer viel zu zeitig mit dem harten Klettern begonnen, so dass sich keine Hornhaut bilden konnte, sondern nur die extremst weiche "Babyhaut", die man nach 2 Wochen Pause nun mal zwangsläufig hat, abgeschabt wurde.
Deshalb verschrieb ich mir diesmal nach der eigentlichen und kompletten Kletterpause noch eine "Schonzeit" in der es ebenfalls nicht ums Trainieren gehen sollte, sondern die lediglich dazu da sein sollte mir die nötige Hornhaut aufzubauen, um dann wieder vollgas geben zu können und das leidige Problem ENDGÜLTIG beseitigt zu haben.

Wie sich aus meiner Wortwahl erahnen lässt, blieben meine Hoffnungen aber wiederum unerfüllt.
Die Verzweiflung und der Zorn auf meine Haut, auf Mallorca und auf all die Leute, die mir ständig erklären wollten, dass ich wohl einfach ZU WENIG klettere hatten ein neues Höchstniveau erreicht.
Bei all den "guten" Tipps, die mir auch noch nach der zigten Beteuerung, dass mein Problem sicher nicht daher rühre dass ich zu wenig klettere und dass ich zu Beginn eh probiert hatte die Hautprobleme zu ignorieren und einfach weiterzuklettern, gegeben wurden, waren diese Gefühle aber auch vorprogrammiert.

Ich hab mich selten in meinem Leben derart unverstanden gefühlt, wie während dieser ganzen Zeit mit meinem Hautproblem! Und eines kann ich euch sagen: Es ist ein absolutes Scheißgefühl wenn man ständig erklären muss, dass man "nur" wegen seiner Haut nicht gescheit klettern kann und dann noch depat angemault wird, wie falsch man doch mit dem Problem umgehe und dass das ja ohnehin nur Einbildung sei und dass man sich halt nicht so "mädchenhaft" anstellen sollte! Ja danke, ihr mich auch!!!!
Da hat sich bei mir eine riesige Wut aufgebaut, die ich auch jetzt - Monate danach - noch spüre, wenn ich an das Einfühlungsvermögen macher Mitmenschen/Freunde denke, die ich verzweifelt um Rat gebeten hatte, weil ich mir keinen Ausweg mehr aus der Situation sah.

Aber nun genug der Frustrationsbewätigung und sorry, dass das ganze da jetzt (wieder) so aus mir herausgeplatzt ist, aber man merkt, dass ich dieses Thema nie wirklich abgearbeitet hab...

Nun denn, neben all diesen ärgerlichen und absolut nicht hilfreichen Ratschlägen gab es aber auch den einen oder anderen wirklichen Lösungsvorschlag von Freunden und Bekannten, die wirklich versuchten auf mein Problem einzugehen.
Darunter zwei vielversprechende Ansätze, die gezielt auf eine Trockenlegung der Haut abzielten. Zum einen wurde mir erzählt dass angeblich Salbeitee gegen Schwitzen (allgemein) helfen sollte und da es sich um ein natürliches Hilfsmittel handelt sprach mir das sofort zu.

Nur war mir mittlerweile praktisch jedes Mittel recht um Abhilfe zu schaffen und so klang der Tipp eines anderen Freundes fast noch vielversprechender: ein Mittel namens Antihydral.
Fast jeder andere den ich in Folge darauf ansprach riet mir davon ab, da es die Haut so stark austrocknet, doch schmunzelnd gab ich darauf immer die Antwort, dass ja genau das mein Ziel sei.
Vorsichtig war ich dennoch.

Also begann ich nun meine Salbei/Antihydral-Doppelkur und schon am Tag darauf merkte ich eine deutliche Austrocknung der Haut. Die Schonzeit führte ich sicherheitshalber dennoch fort.
Ich hatte noch niemals so große Angst meine mühsamst erarbeitete Hornhaut (wieder) zu verlieren wie in diesen Tagen.
Als mich zwei Freundinnen aus Mallorca besuchen kamen und ich gezwungernermaßen nicht zum Klettern kam, nahm ich mir beim Wandern extra einen Stein und simulierte Griffbelastungen wie beim Klettern und rieb meine Finger daran um die Haut ein wenig zu stimulieren.. :-P

Nach ein paar Tagen begann sich schließlich meine Haut auf den Fingerkuppen komplett zu verfärben. Sie wurden richtig gelb. Hornhaut!!! Und zwar in nie da gewesenem Ausmaß!
Nie zuvor hatte ich so trockene Haut gehabt, noch nie!!! Ich war außer mir vor Freude!

Ganze 7 Monate hatte es gebraucht bis ich wieder zur Normalität übergehen konnte. In diesen Monaten hatte ich seelisch unglaublich gelitten, hatte ein Wechselbad aus Verzweiflung, Zorn und Resignation durchgemacht.
Lediglich die leise Hoffnung, dass dieser böse "Traum" doch irgendwann auch wieder ein Ende haben müsste und ich wieder der Alte sein könnte hatten mir durch diese Zeit geholfen!

Ende April konnte ich wieder das Training aufnehmen und einfach klettern gehen, ohne ständig kontrollieren zu müssen, ob die Haut eh noch nicht hinüber ist oder dass ich nach zwei Einstiegen aufhören musste, weil meine Haut schon so schmerzte!

Zu Beginn war es fast schon witzig, weil ich plötzlich so trockene Haut hatte, dass die Hornaut sogar einzureißen begann. Aber das war mir alles egal, selbst als es blutete. Dann halt mit Tape, aber ich hatte endlich wieder Grip und ich konnte wieder ungestört meinem Lebensinhalt nachgehen.

Was sich nun aber klettermäßig getan hat soll in einem eigenen Post dargestellt sein. :)





Monday, 20 April 2015

Lurgrotte (Topo) - Stand 06/2020

Diesmal red ich nicht lange um den heißen Brei herum, sondern komme schnell zur Sache.
Im Vorjahr hab ich euch in meinem Post "Neue Wege" erzählt, dass ich ein neues Gebiet entdeckt und auch gleich ein wenig mit dem Erschließen begonnen habe.
Obwohl ich keinen Namen nannte, dürfte es für viele dennoch ein offenes Geheimnis gewesen sein, dass es sich dabei um die Lurgrotte handelte, hatte ich doch so ziemlich jedem, mit dem ich schon mal klettern war davon erzählt... :D


So, und um nun nicht doch wieder abzuschweifen:
Ich habe mich entschlossen, dass ich auf Information statt auf Desinformation setzen will, wie es leider nur allzu oft gehandhabt wird.
Diese Geheimnistuerei zipft mich nämlich ehrlich gesagt gar nicht wenig an, obwohl ich die Argumente tlw schon ein wenig nachvollziehen kann, die für die Geheimhaltung von neu entdeckten Gebieten sprechen, wobei aber gesagt sei, dass auch die "alten" Gebiete noch nicht untergegangen sind, nur weil die Leute sie kennen.
Und wenn alle wissen wo der Zustieg ist und nicht kreuz und quer durch den Wald streifen müssen um die Spots zu finden, ist das auch dem Verhältnis zwischen Kletterern und Grundstücksbesitzern/Forstverwaltung zuträglich.
Aber, das Thema ist eindeutig zu komplex um es hier in ein paar Zeilen zu behandeln und wie gesagt will ich das ganze hier nicht zu einer Grundsatzdiskussion über den Sinn/Unsinn von Secret Spots machen.

Hier deshalb gleich mal eine Zustiegsskizze, mit der ihr hoffentlich zum Wandfuß findet:
Übrigens wichtig!!! Es handelt sich um die Lurgrotte in Semriach, nicht in Peggau!!!
Zustieg (1): Vom großen Parkplatz in wenigen Metern zum Gasthaus und weiter Richtung Höhlenportal über eine kleine Brücke. Gleich nach dieser - am Beginn der Eisstockbahn - links ins Gebüsch und den Steigspuren folgend steil hinauf in ca. 10 min zum Wandfuß, den man von unten betrachtet von links kommend erreicht.

Zustieg (2) : Nach der Brücke nicht links ins Gebüsch, sondern weiter Richtung Höhleneingang. Nach 50m aber halblinks auf einen kurzen Forstweg  abbiegen und schließlich beim 2. Höhlenportal nach links -der Wand entlang - hinauf zu den schon sichtbaren Fixseilen, welche über eine kurze Felsstufe direkt zum Wandfuß leiten. ( ca. 5 min)

Bevor ich nun auch das Topo als Bilddatei anfüge, muss ich noch ein paar wenige Dinge loswerden:

1. Und das sollte sich wirklich von alleine verstehen: haltet den Klettergarten sauber! Nehmt jeglichen Müll wieder mit (Tape-Reste, Tschickstummeln usw.)

2. Bitte beachtet die vogelbedingte GEBIETSSPERRE BIS 15. MAI!! Das habe ich mit den Grundstücksbesitzern dort so ausgemacht und ich finde das auch vollkommen ok....es ist nunmal deren Lebensraum den wir nützen.

3. Klettert möglichst leise. Natürlich kann einem bei einem harten Zug mal ein kleiner Schrei auskommen, aber versucht lautes Fluchen und unnötigen Lärm zu vermeiden. Ich muss mich da selbst auch an der Nase nehmen, weil ich gerne mal etwas "auszucke" wenn ich stürze, aber die Lurgotte ist halt nicht das Zigeunerloch oder die Hintere Arena, wo es eigentlich niemanden interessiert wie laut man ist, sondern es sind ständig Führungen und die Höhlenbesitzer unten, die das Geschrei verständlicherweise etwas stört.

4. Bitte respektiert meine "geschlossenen" Projekte...ich bin jetzt sicher nicht der volle Egoist, der anderen das Klettern "meiner" Routen verbieten will. Erstens könnt ich es gar niemandem verbieten, zweitens will ich es niemandem verbieten, ganz im Gegenteil!
Aber in jedem Projekt steckt eine Menge Arbeit, Zeit und Geld und ich empfinde es als eine gewisse Wertschätzung dem Erschließer gegenüber, wenn man diesem als Belohnung dafür die Erstbegehung überlässt.
Ich versehe meine "geschlossenen" Projekte meistens mit einer Reepschnur im 1. Bolt bzw ist eh im Topo ersichtlich welche Routen noch Projektstatus haben und welche schon geklettert wurden. Danke vielmals! ;)


Zuguterletzt noch einige allgemeine Infos:
Die Kletterei ist sehr technisch, aber zugleich auch spannungsintensiv, weil man sich viel an Untergriffen bewegt, oftmals die Tritte aber nicht sonderlich gut sind.
Viele Griffe sind auch versintert und es ergeben sich echt coole Strukturen, wie man sie sonst in unserer Gegend eigentlich fast nicht vorfindet. :-)
Vieles gehört und wird im Laufe des Jahres sicher wieder geputzt werden. Vor allem auf den ersten 5m sollte man deshalb nicht verzagen....am besten einfach selbst ne gute Bürste mitbringen. Nach oben hin wirds immer besser! ;)
Es handelt sich übrigens um ein klassisches Sommergebiet. Die Wand ist ab Mittag komplett im Schatten und zudem ist es oben in Semriach durchschnittlich 4-5° kälter als in Graz...also optimal wenn die Temperaturen in Graz auf (über) 30° steigen.


Hier noch die derzeit bestehenden Routen (prinzipiell von links nach rechts --> bis Suricata) mit ein paar Daten:

1) Trialog ...7a+...20m...9 Klebehaken...(1.RP Benjamin Roposch & Clemens Bender 2015)
1a) Trialog-Verlängerung (2. UL)...7a+/b...(1 RP: Clemens Bender 2015)
2) Monochromator...7a...20m...9 Bolts...(1.RP: Clemens Bender 2015)
3) Erdbeerschokoknödel...7a/+...22m...10 Klebehaken...(1.RP: Benjamin Roposch 2015)
4) Kreativitätsdefizit...7a+...23m...9 Klebehaken...(1.RP: Benjamin Roposch 2014)
5) Motivationsüberschuss...7a+/b...22m...9 Klebehaken...(1.RP: Benjamin Roposch 2014)
5a) Motivationsüberschuss-Verlängerung...Proj. (F. Pichler)
6) Freigeist...7a+/b...21m...8 Bolts...(1.RP: Fabio Pichler 2014)
6a) Freigeist gone wild...7c/c+...35m...13 Bolts...(1.RP: Fabio Pichler 2014)
7) Kopfkino...7b...15m...6 Bolts...rechts von Freigeist; bis unters Dach...(1.RP Timon Kunter 2015)
7a) Großes Kino...8a...37m...17 Bolts (einige Fixexen)...Verlängerung ganz raus (1. RP Timon Kunter 2019)
8) Spinatfetaschnecke...7c...21m...10 Klebehaken...(1.RP: Benjamin Roposch 2015)
9) Atheist...7c+/8a...20m...10 Bolts...(1. RP: Fabio Pichler 2015)
9a) Fantastic Planet...7c+/8a...41m...ca. 18 Bolts (einige Fixexen)...(1.RP: Elmar Pfeffer 2015)
9b) Fantastic Planet oben (nur 2. SL)...7b+...(1.RP Elmar Pfeffer 2015)
10) Babysteps...7b+/c...21m...9 Bolts...über das Loch mit Sinter...(1.RP: Elmar Pfeffer 2015)
11) Suricata...7b...28m...13 Bolts...ganz rechts...(1. RP: Timon Kunter 2015)
12) Sprung ins Leben...Proj. (T. Kunter/F. Pichler)...zw Babysteps u Suricata
13) Projekt rechts von Atheist...Proj. (E. Pfeffer)
14) George Floyd...7b+...21m...x? Bolts...(1.RP Armin Buchroithner 2020)...neue Route zw. Motivationsüberschuss und Freigeist
15) No Front...7c+...21m...x? Bolts...(1. RP Armin Buchroithner 2020)...neue Route  zw. Proj. rechts von Atheist u Babysteps

Die Zwischengrade (z.B. 7a/+) meinen übrigens nicht, dass die Route genau zwischen den Graden liegt, sondern dass es (noch) keine Einstimmigkeit bezüglich des Grades gibt. ;)

Ok, nun das Topo......have fun!!!