Wednesday, 25 June 2014

Neue Wege

Mein zweites Hobby neben dem Klettern ist das Einrichten neuer Routen. Ich weiß es gibt viele coole Spots in unserer Umgebung, an denen ich mich wahrscheinlich mein ganzes Kletterleben lang austoben könnte, aber dennoch ist es immer wieder genial einen neuen Felsen, oder auch nur eine neue Route zu entdecken und fürs Klettern einzurichten (und sie natürlich schlussendlich durchzusteigen).
Dieser ganze Prozess, der beim Suchen nach neuen Wandpartien beginnt und bei der Erstbegehung endet fasziniert mich einfach ungemein und für mich ist oft das Einbohren gleich erfüllend wie das Klettern selbst.
Man geht hinaus und findet dann irgendwann wieder eine Wand an der noch nie jemand Hand an den Fels gelegt hat und man ist derjenige der sich die ersten Linien aussuchen kann, die einem sofort vor seinem geistigen Auge erscheinen.
Und man freut sich so sehr und kann es kaum erwarten diese komplett neuen Klettermeter in Angriff zu nehmen.
Es ist schwer diese Gefühle zu beschreiben und wohl sicher auch sie nachzuvollziehen, wenn man es noch nicht erlebt hat.

Und jetzt zum Eigentlichen: Im Dezember 2013 durfte ich dieses Gefühl wieder erleben. Dabei hatte ich zuerst den besten Teil der Wand noch gar nicht bemerkt.
Aber auch die "zweite Wahl" bewog mich dazu mir dieses Stück Fels nochmal genauer anzusehen.
Gesagt getan und bei einer meiner nächsten Erkundungstouren entdeckte ich schließlich das Wesentliche. Eine Linie stach mich dabei besonders ins Auge. Da musste ich mich einfach sofort drüber abseilen.....und was ich dann sah war einfach genial.
Ein Sintergriff nach dem anderen und eine Gesamtlänge von 35m. An manchen Bereichen dürften sich sogar Routen bis 40m ausgehen!!! :D
Selbst im Winter nicht sonderlich auffällig, aber das ist der wirklich geniale Wandteil. ;)

Aber das beste kommt erst. Ich hatte nach einem Gespräch mit dem Grundeigentümer die Erlaubnis zum Bohren bekommen, lediglich eine vogelbedingte Sperrung bis 15. Mai haben wir vereinbart, was mir als Tierfreund aber eigentlich nichts ausmacht.
Ab dann hieß es warten, warten auf den Mai. Aber wie das nun einmal so ist kommt jeder Tag irgendwann, eben auch der 15. Mai 2014. :-P

Seltsamerweise, ich weiß nicht wieso, begann ich allerdings nicht mit meiner Lieblingslinie, sondern bohrte die ersten beiden Haken in einer Linie etwas links davon, die mir auch recht gut gefiel.
Diese hat aber in der Mitte eine ziemlich fiese Stelle und schon beim nächsten mal wechselte ich deswegen endlich zu meinem "Liebling".
Unten angekommen und die oberen zwei Drittel der Route fertiggebohrt, war ich recht zuversichtlich, dass alles kletterbar ist, denn auch der untere Teil sah durchaus griffig aus.
Beim nächsten mal war sie dann fertiggestellt und nun hieß es ernuet warten, denn vorerst war nun einmal alles nass, wie ich auch ein paar Tage danach noch traurig festellen musste.

Doch dann war es endlich soweit. Ein Freund von mir wollte sich die Wand auch gerne mal ansehen und mir auch beim Bohren helfen...perfekt!
Auch er war sofort begeistert und richtete auch gleich die Linie etwas links davon (oben erwähnt) bis zu besagter unguter Stelle in der Mitte ein.
In meinem Projekt lief es ganz gut, allerdings entpuppte sich eine Stelle in der Mitte als ziemlich hart, weil kurz einmal alle Tritte brutalst schlecht (oder fast nicht vorhanden) sind.
Benjamin konnte beim nächsten besuch seine Route gleich mal klettern und hat sie mit ca. 7a/7a+ bewertet.
Auch ich hab sie mir gleich angesehen und muss sagen: gar nicht mal leicht das Ding...sehr technisch mit weiten Zügen, aber superschön und echt interessante Stellen.
Bin sie dann ebenfalls bald danach durchgestiegn und würde sie für Leute bis 1,80 ziemlich sicher mit 7a+ bewerten. Aber Grade sind relativ und ist man größer fällt sie einem sicher etwas leichter und ist dann vielleicht auch nur 7a.....but who cares?!

Gleich nach seinem Durchstieg nahm Benjamin nun die Linie zwischen den beiden bestehenden unter die Lupe und war wiederum begeistert. Ziemlich viele Untergriffe zieren dieses Teil und auch der Größenvorteil bestand erneut, dank ganz schön weiter Züge.

Einrichten der Mittellinie

2 bis 3 Tage später befanden wir uns erneut an der Wand, Benjamin boltete die Mittellinie und ich hatte mich schon zuletzt um eine neue Linie rechts von meinem Projekt umgesehen und sie auch gefunden. Wiederum ein geniales Teil und wohl sogar noch 2 Meter länger. (also 37m!!!)
Etwa eine Stunde danach stieg Benni seine Route gleich im ersten Vorstiegsversuch durch und bewertet sie mit 7a+ (?)...mir kommt sie wie eine harte 7b vor, aber wie gesagt, die Größe macht hier viel aus und er ist groß, ich (nur) 1,79. Tja.
Weil nun seine beiden Touren zwecks Homogenität vorerst etwas über der Mitte (beide ca 22m) enden, beschloss ich auch meiner einen Zwischenumlenker zu verpassen, was auch ganz gut passt, da ja auch in dieser Tour kurz danach eine harte Einzelstelle folgt.

Deswegen hieß es für mich nun vorerst einmal bis zum Zwischenumlenker durchzusteigen, was ich beim nächsten mal auch gleich verwirklichen konnte.
Mein Teil nennt sich bis zum Intermediate-Top "Freigeist" (nein, ist keine Anlehnung an Zeitgeist, ich kann nichts für die Ähnlichkeiten welche die deutsche Sprache schafft...gg...)
Ich sag mal es ist ne 7b. Wirklich wissen tut man es ja eh erst wenn mehrere Leute geklettert sind.
"Freigeist".....endet beim letzten hier eingehängten Haken.

Und auch das Gesamtprojekt sieht nun schon ganz gut aus. Die Einzelzüge gehen schon alle ohne Probleme und im toprope bin ich die Crux schon bis auf zum letzten Zug durchgeklettert.
Jetzt halt noch zusammenhängen und am scharfen Seilende klettern, dann passts. :)
Dürfte übrigens bei 7c+ einchecken.

Tut mir leid, aber ich will/kann vorerst nicht verraten wo die Wand ist usw....alles zu seiner Zeit...
Sollte dennoch irgendjemand hinkommen, weil ich mich verplappere oder so (..gg..), denkt bitte immer an die Sperre bis 15. Mai. Ich will nämlich auch weiterhin im Einvernehmen mit den Eigentümern bleiben.

Na dann, bis zum nächsten Post gehts auf alle Fälle viel viel schneller, das kann ich versprechen....ich wart nämlich  nur mehr auf die Fotos.
Dann gibt es wieder einen kleinen aber feinen Urlaubspost im "Graz-Umgebung"-Blog! :-P





Thursday, 24 April 2014

Ostern auf Südfranzösisch

Auch wenn ich mir bald einen neuen Namen für den Blog einfallen lassen muss bei den vielen Urlaubsposts fernab von Graz (Umgebung), so will ich euch trotzdem nicht ein paar Zeilen und vor allem Fotos von/zu meinem letzten Trip vorenthalten.
Diesmal hat es mich zum ersten mal zum Klettern nach Frankreich verschlagen, genauer an die Cote d'Azur, also Gegend Nizza.
Ich denke es reicht wenn ich jeweils bei den Fotos etwas dazuschreibe, richtige Erzählungen erspar ich mir diesmal. ;)
Bevor es zum ersten Klettergarten geht, müssen wir erst mal Borja in Nizza am Flughafen aufgabeln..
Zuerst gleich mal komlpett in einer 6a+ untergehen. :-P
Auch eine Nacht im Freien war wieder dabei...war gemütlicher als es aussieht auf diesem Felsen. ;)

Meine Free-Solo-Kante. Zwar nur 6-, aber war trotzdem nicht ohne da on sight hinaufzuklettern. Aber die Konzentration bei so etwas ist echt erstaunlich.

Mein Lieblinssektor von diesem Urlaub! Versintert, nicht zu hoch und ausdauernd...einfach genial!

Nochmals der Sektor: Peripherique Ouest (La Turbie)


Lasse in der letzten Route dieses Tages (6a)


Borja in "Pet de Zebu" (7b, St. Jeannet)...leider ist sich keine Begehung mehr ausgegangen..jeder Trip geht mal zu Ende. :(

Ebenfalls ein super Sektor: Mesa Verde (Gorges du Loup)


Zusammen auf Mehrseillänge: Sektor L'hermitage (Gorges du Loup)
Vor "Mekanik Destruktif" (7c/+)....ach wie gerne wär ich da hineingeklettert, aber leider war nur mehr Zeit zum Anschauen übrig..

Man muss nicht alles hinterfragen! :D
 Alles in allem sei gesagt: das war sicher nicht mein letzter Urlaub in dieser Gegend, weil es dort einfach geniale Gebiete gibt!!!
BUT NOTHING BEATS CATALUNYA! :-P :D




Wednesday, 23 April 2014

Planlos in den Frühling

Ich war echt superfroh als ich die Mandala geklettert war, da ich mich nun endlich meinen Projekten in Mixnitz widmen konnte. Denn selbst wenn es von den Temperaturen her wahrscheinlich noch ganz gut hingehauen hätte in Peggau so war die Motivation für Mixnitz nun doch um einiges höher, da ich ja eh den ganzen Winter in der Peggauer Wand verbracht hatte.
Und auch meine "kleine" Phobie vor Zecken macht es mir umso leichter mich im Sommer davon abzuhalten dort durchs Gebüsch zu kriechen (nach dem Steinschlagzaun würd's eh einigermaßen gehen...naja).
Auf alle Fälle ließ ich daher nicht lange auf mich warten und schon war ich in Mixnitz.
Mixnitz bedeutet für mich vor allem zwei Gebiete: Arena und Kolosseum. Mit der Weißen Wand konnte ich mich bisher nicht so anfreunden, obwohl ich schon weiß, dass sie ein Top- und derzeit DAS In-Gebiet schlechthin ist. :D

Im vorigen Herbst hatte ich vier weitere Projekte im Kolosseum geboltet, zwei im unteren Bereich (bei No Remorse) und zwei oben (bei Engage).
Schon beim Bohren hatte es mir eine Linie über einen großen Untergriff und ein tiefes Loch besonders angetan und nun wollte ich wissen ob die Stelle nach dem Loch, die besonders tricky aussah aufzulösen war.
Schon der Dynamo aus dem Untergriff zum Loch war bitterböse, die Stelle danachlegt aber eindeutig nochmal einen drauf...klar ich hatte schon einen Lösungsansatz, aber nachdem ich einige male erfolglos versucht hatte diesen in die Tat umzusetzen ließ ich es bleiben.
Es sind ja noch 3 weitere Projekte vorhanden, die probiert werden wollen....ok, eigentlich zwei, denn die Route rechts von Engage schaut echt knüppelhart aus.
Aber weiter ging es. Weil es sich anbot, stieg ich gleich in die Route daneben ein und....tja es ging so halbwegs.
Bis zum großen Seitgriff, von dem man den 4. Bolt clippt, ging es eigentlich ganz gut, dann kommt allerdings eine ziemliche Boulderstelle, die ich an diesem Tag nicht auflösen konnte.
Nun war aber mein Ehrgeiz geweckt und bald darauf war ich wieder dort. Schon ging alles ein bisschen leichter, doch die Crux blieb unverändert hart.
Dafür konnte ich aber heute auch den oberen Teil auschecken, da ich mir die Route toprope eingehäöngt hatte.
Und dieser obere Teil war zwar sicher auch nicht leicht, aber nach ein wenig herumprobieren hatte ich die Züge beisammen.
Zurück zu Hause musste ich natürlich weiterhin über diese blöde Boulderstelle in der Mitte nachdenken und wie man sie wohl klettern könnte. Dabei spielte ich auch eine zweite Möglichkeit durch die mir aber zuerst nicht sonderlich plausibel erschien. Nämlich dass ich anstatt mit links auf den Aufleger weiterzugriefen, mehr oder weniger einen Schulterzug mache und so mit rechts den Aufleger erwische.
Unplausibel erschien mir das ganze deswegen weil dieser Schultergriff für links ziemlich mies ist.
Beim nächsten mal versuchte ich dann die Lösung anzuwenden und siehe da: es klappte!
Auch wenn es sich im ersten Moment echt beschi...n anfühlt mit rechts weiterzuziehen, der Griff hält in der Aufwärtsbewegung echt gut.
Also dann blieb nur noch ein Zug unaufgelöst, ehe ich scharfe Versuche starten könnte. Der folgende Move auf das große Aufleger-/Leistenbankerl unter dem nächsten Dach hat es nämlich wiederum ziemlich in sich, weil man keine guten Tritte hat und über den komplett abschüssigen Aufleger weit drüber ziehen muss.
Aber, leider bin ich seither nicht mehr hinaufgekommen ins Kolosseum und derzeit kann ich mir schwer vorstellen dass die Linie trocken ist. :´(
Und deswegen bin ich nun etwas planlos was ich derzeit angehen soll. Ich hab zwar ein Projekterl, das sehr regensicher ist, aber eigentlich wollte ich jetzt zuerst mal an dieser Linie weiterarbeiten und nicht irgendwas neues anfangen..wobei ich das eigentlich eh schon längst hab. :)


Thursday, 20 March 2014

Mandala und die niemals endende Saison

Wie im letzten Post beschrieben, war ich Anfang Jänner die Mandala-Variante, bei der man eigentlich genau die 5 schwersten Züge der Originalen auslässt, geklettert.
Schon beim projektieren war damals klar, die Mandala (8a) muss ich auch unbedingt mal klettern.
Als ich dann die Variante erledigt hatte, stieg ich sofort ein, um mir die Schlüsselstelle auszuchecken...nun ja, hart wars! :)
Und da an diesem Tag einfach so viele, ja wirklich sogar zu viele Leute auf der Peggauer Wand waren, blieb es bei einmal hineinklettern und dann flüchteten meine Kollegen und ich in den G-Spot-Sektor.

Harry in "Hosenscheißer Charly" (7b)...diese teilt sich die ersten Meter mit Mandala
Bald darauf bin ich dann nach Spanien geflogen und hab mich deshalb in Peggau nicht blicken lassen. So viel An- und Rückfahrt wollt ich mir bei aller Liebe zur Peggauer Wand nicht antun, vor allem mit den Weltbesten Klettergebieten vor der Nasenspitze. :P

Nach meiner Rückkehr war klar, dass ich an Mandala weiterarbeite. Zuerst war aber mal alles waschelnass in der Heimat, denn wie sich herausstellte hatte ich ganz geschickt und zufällig die zwei schlimmsten Winterwochen, mit ordentlich Schneefall in Südösterreich, unter der spanischen Sonne verbracht. Ich Glückspilz! Ja richtig, ich bin absolut kein Wintermensch. ;)

Aufgrund der Nässe ging es deshalb erst mal zum Hasenstein, wo ich nur die "Geheimagent" kletterte, eine super Route, aber die richtigen Leisten wollen erst mal gefunden werden.
Nun wurde das Wetter aber immer besser und mehr und mehr trocknete alles auf..also gings wieder nach Peggau, und auch wenn der Mandala-Einstieg noch arg nass war, den Schlüsselzug separat konnte ich nun einzuschleifen versuchen.
Das klingt jetzt fast so, als ob er schon gut funktioniert hätte und ich ihn nur perfektionieren hätte müssen. Tatsächlich aber konnte ich diesen einen Zug einfach nicht auflösen...ständig kamen mir die Füße...es war wirklich zum Verzweifeln. Der Dazugreifer in den Schlitz bei der dritten Exe...kein Streß mehr! Der Hinaufägypterer (- cooooles Wort :D -) in die kleine Leiste von der man den Schlüsselzug einleitet...überhaupt kein Problem! Der Schlüsselzug...unmachbar!!!
So ging das 3 Wochen lang dahin. Mittlerweile war die John Brown schon komplett trocken (selbst die linke Zange) und ich war sehr in Versuchung Mandala wieder an den Nagel zu hängen.
Irgendwie wollte mir einfach nicht der Fuß stehen bleiben...ich brachte null Druck auf den rechten Tritt.
Zu sagen ist, ich stehe mit rechts ziemlich weit draußen hinter dem großen Seitgriff der "Hosenscheißer Charly".
Ich konnte zwar immer wieder mal den Zug halten und auch die Füße wieder zur Wand bringen, aber das war einfach zu unsicher für Durchsteigsversuche, als dass ich reale Chancen gehabt hätte.

Irgendwann kam mir dann die glorreiche Erkenntnis, dass es dieses eine mal tatsächlich am Schuh liegen könnte und nicht an eigener Unfähigkeit. Normalerweise klettere ich den Mantis von LaSportiva.
Ich finde das ist ein super Schuh, der im Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar ist und normalerweise stehe ich mit keinem Schuh besser auf den Tritten.
Aber dieser Tritt ist eher wie ein Loch, als wie ne Leiste anzusteigen und deshalb kam mir dann eben der Gedanke, dass ich vielleicht wieder mal meine "Waffenschuhe" auspacken sollte.

Gesagt, getan. Nächstes mal hatte ich sie dabei, stieg ein und kletterte den Schlüsselzug separieret im 1. Versuch ohne dass mir der Fuß gegangen ist. Das war ein riesiger Motivationsboost!!! Ich hatte mich also nicht geirrt, es war tatsächlich eine Frage der Fußbekleidung. :)

Ab jetzt konnten also die scharfen Versuche beginnen, denn alle anderen Züge gingen schon sehr gut...den Ausstieg kannte ich ja sowieso schon von der Variante.
Aber in der ersten Woche wollte ich trotzdem nicht so recht über die Schlüsselstelle drüberkommen.
Bis zum Schlüsselzug ging es sehr gut, aber erneut kam mir immer wieder der rechte Fuß.



Diesmal wusste ich aber, dass es eine Bewegungsfrage bzw eine Frage des möglichst kraftsparenden Hinkletterns war und schließlich war es soweit und ich konnte den Schlüsselzug von unten kommend halten und der Fuß blieb stehen.

Nun wusste ich: das dauert maximal noch zwei Wochen, wenn nichts unerwartetes passiert.
Der Fortschritt der sich nun einstellte war überwältigend. Von Versuch zu Versuch ging es besser.

Am vorletzten Tag flog ich tatsächlich beim Zug zur Leiste, von der ich die vierte (eigentlich 5.) Exe hänge.
Ich hatte gar nicht geglaubt, dass ich bei diesem Zug herausfliegen könnte.
Aber egal...das positive war: ich war soeben zum ersten mal die gesamte Schlüsselstelle durchgeklettert! Geil!

Und kurz gesagt: der nächste tag war der Durchstiegstag. Im ersten versuch flog ich sogar genau einen Zug weiter als am Vortag, beim ich denke leichtesten Zug der ganzen Route (die Hosenscheißer-Züge zu Beginn sind um einiges schwerer) aus der Wand.
Im zweiten Versuch kam ich dann bis zur letzten Schlinge, konnte mit links aber einfach nicht mehr blockieren und versuchte verzweifelterweise dynamisch auf die kleine Leiste weiterzuschnappen, was natürlich nicht funktionierte.
Und dann endlich passte alles. Schlüsselstelle durchgeklettert und fit zum "Rastpunkt" gekommen.Dort extra nochmals auch die linke Hand kurz gecshüttelt und dann die letzten Züge zum Henkel durchziehen und kurze Zeit später überüberüber-glücklich das Top einhängen.

Genial, dieses Gefühl. So eine coole Route, meine erste 8a! Und wer mich kennt der weiß, ich bin recht emotional und impulsiv, deshalb wurde nach dem einhängen mal ordentlich geschrien. Was heißt einmal, drei mal. Ich habs mir nicht verkneiffen können und auch nicht verkneiffen wollen. :P

Aber so schön es ist und auch wenn ich heute am Tag danach immer noch einen fetten Smile aufsetze wenn ich an den gestrigen Durchstieg denke: the show must go on.
Und eines könnt ihr mir glauben: die Projekte gehen mir heuer wieder mal sicher nicht aus!! :)

Ich sag nur: "Let the Mixnitz-Season begin!" Oh yeah..



Friday, 14 February 2014

Margalef 2014

Ich denke, dass wird ein langer Post, also besser anschnallen oder so... :-P
Nein, schmäh ohne...ich werde versuchen mich kurz zu halten!

Bevor ich aber zu meinem Urlaub komme, muss ich der Vollständigkeit halber dennoch aufrollen was sich im Jänner so getan hat.
John Brown, John Brown. So eine coole Route, aber irgendwie war die linke Zange einfach immer feucht, oft sogar nass, so dass ich mich umorientieren musste. Meine Wahl fiel dabei auf die Mandala-Variante, weil sie vom Grad her recht gut in mein Konzept passte und ich dieses Jahr sowieso irgendwann die Mandala angehen wollte/will.
An Eigenständigkeit mangelt es zwar etwas, aber tja es ist Winter, die Peggauer Wand ist nicht so groß und deshalb wird von allen fleißig kombiniert. :)
Die Linie ist schnell beschrieben: Die Hosenscheißer bis zum dritten Bolt hinauf (also nicht nach links zum Mandala-Haken), dann etwas links der Hosenscheißer über den Griff der beim weiten Zug in Mandala andynamisiert wird zu einer guten Leiste (hier 5. Mandala-Bolt clippen) und schließlich ganz normal über die Originale aussteigen.
Alles in allem super Züge! Die Motivation war hoch und die versuche wurden immer besser....am letzten Tag vorm Durchstieg flog ich 4 mal hintereinander am letzten harten Zug vor dem Überstieg hinaus. Es ist schwer zu erklären bei welchem Zug, weil ich mitbekommen habe, dass es hier unzählige Abfolgen gibt, aber es handelt sich im großen und ganzen um einen Zug bei diesem Seitgriff-Loch-Zwicker nach clippen der letzten Schlinge! Ja genau der, ich kanns leider echt ned besser beschreiben, sorry. ;D
Dann kam endlich der Durchstiegstag....es waren unglaublich viele Leute oben (13!!!) und es war sicher einer meiner härtesten Kämpfe. Im oberen Teil wollten mir bei jedem Griff die Finger aufgehen, aber irgendwie hab ich es immer wieder geschafft weiterzugreifen und gerade lange genug festzuhalten um erneut weiterzugreifen. Im entscheidenden Moment wurde ich lautstark angefeuert, was mich schon ziemlich pushte...danke David, das war glaub ich echt das letzte bisschen Motivation alles zu geben, das mir sonst gefehlt hätte..
Fazit: Meine zweite 7c und eine coole Route, die sich durchaus zu klettern lohnt, auch wenn man Hosenscheißer Charly schon hinter sich hat, aber man das Gefühl hat in der Original-Mandala ewig herumprojektieren zu müssen (was an den kurzen Wintertagen sicher nicht das beste ist)!


Und nun zu Katalonien und Margalef:
Auch hier gibt es leider wieder einmal eine kleine und feine Vorgeschichte. :)
Vorigen Februar war ich nämlich schon einmal unten (Siurana und Margalef) bin aber eigentlich nicht wirklich was geklettert im Kletterurlaub (außer ein bissl Bouldern und eine 6a+)...kommt schon bekannt vor, gö! XD
Natürlich hatte ich Gründe. Einer davon war, dass mir den ganzen Urlaub über eiskalt war (12 Tage im Zelt) und ich mich daher nicht zum klettern überwinden konnte, was natürlich ein Teufelskreis war, weil das hätte mich wenigstens ordentlich aufgewärmt!
Deshalb war mein primäres Ziel für heuer klar vorgegeben: KLETTERN!
Ach ja noch etwas. Ich wollte unbedingt wieder hinunter, konnte aber leider niemanden so richtig motivieren, dass er mir fix zusagte, also hab ich einfach Flug und Mietwagen gebucht und bin es alleine angegangen! ;D
Tja und um es kurz zu machen: es war saugeil, ich bin tatsächlich einiges geklettert (zwar nicht schwer aber was solls, das war wie gesagt nicht das Hauptziel) und jeder ambitionierte Kletterer, der dieses geniale Konglomerat an Top-Gebieten (Margalef, Siurana, Montsant uvm) nicht kennt, hat eindeutig schnellstmöglich eine große Bildungslücke zu füllen!! :)
Und jetzt mögen die (leider wenigen) Bilder sprechen...
Denni in einer super 7a namens "Equiparrostolls" im Sektor Cova del Cavall (Raco de les Espadelles)
Cova del Cavall
..oben rechts übers Dach..
Die Abende im Cafe Vernet gehören ebenso dazu! :)
Eine der besten 6b+ die ich bisher geklettert bin..."El free pendo" (Sektor Can Torxa)
Jemand in "Chute emocional" (7b+) im fast endlos langen Sektor Espadelles
Stausee und darunter Campsite
Meine härteste Route in diesem Urlaub: Kagonman (7b) im Sektor Can Gueli....supergenial; unbedingt klettern!
"First Round First Minute" (9b; El Laboratori)....nicht die mit den Exen...rechts davon. ;)
Zelt trocknen am letzten Tag

Friday, 3 January 2014

Wintertraining aka Peggauer Wand

Nach dem von mir selbst gesetzten Saisonende Anfang November machte ich erst einmal eine Woche Pause, naja nicht wirklich Pause, aber ich bin auf alle Fälle nicht viel geklettert und nur leichtes Zeug.
Danach wollte ich wie schon während der letzten beiden Winter ein systematisches Hallentraining mit Bouldern und Seilklettern durchziehen, nach halbwegs sportwissenschaftlichen Methoden (zuerst Muskelaufbauphase mit genau definierten Bouldern im 10 Züge Bereich und danach Intramuskuläre Koordination mit harten, kurzen Bouldern und Campusboard).

Mit meiner Selbstdisziplin ist es aber anscheinend heuer nicht so gut bestellt bzw. will ich einfach mal einen anderen Weg probieren. Deshalb war bald Bouldern und Seilklettern nach Lust und Laune angesagt und nur noch die Trainingstage fixiert.

Irgendwann in dieser nicht sonderlich disziplinierten Phase hat mich dann mein guter Freund Paul  angerufen, ob ich nicht gerne am Wochenende draußen klettern würde. Das Wetter war schön angesagt...und dennoch sagte ich zuerst ab, da ich eigentlich eine Hallenbouldereinheit durchziehen wollte. Tja, keine 3 Minuten später hatte ich es mir anders überlegt!! :)
Seit wann zieh ich den bitte die Halle dem echten Felsen vor?? Das bin doch nicht ich..

Also, war es klar wir schauen hinaus. Aber wohin? Paul hatte ein Projekt in der Fischerwand in Kapfenberg, ich war in Graz und wollte mir eher mal die Peggauer Wand anschauen, die ich bis dato eher gemieden hab, weil und jetzt kommts: mir die Routennamen nicht sonderlich zusagten!!!
Was, ich bin ein Spinner? Ja bin ich!! ;)

Diesmal konnte ich mich aber trotz der Namen dazu aufraffen eben in besagtes Gebiet zu schauen.
Im Führer hatte ich gesehen, dass es eine Kombination aus "John Brown.." und "Dei Oide" namens "Löng Ding" gibt, die bei 7b+ eincheckt. Was richtig hartes wollte ich nicht anprojektieren, es sollte eher bald schaffbar und ein wenig ausdauernd sein.
Ich war sofort begeistert von der Route: keine brutal harten Einzelzüge und die Schlüsselstelle zwischen 3. und 4. Bolt war recht schnell ausgebouldert. Ich rechnete eigentlich damit, mir Löng Ding beim nächsten PeggauerWand Besuch abholen zu können.

Natürlich wenn man einmal draußen war, noch dazu ein lässiges Projekterl hat und schon recht zuversichtlich ist, das bald der Durchstieg vor der Türe steht war die Motivation in die Halle zu gehen nun dementsprechend gering.
Ab nun begann meine "Peggauer-Wand-Zeit". :)
Irgendwie ist sie mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen... coole Routen, eigentlich immer die selben lässigen Leute..ist schon ein wirklich nettes Platzl!!

Aber zurück zum Klettern:
So easy wie ich gedacht hatte war es dann leider doch nicht, denn man braucht doch eine gewisse Ausdauer um zu den Henkeln von Dei Oide am Beginn der Ausstiegsplatte zu gelangen.
Richtig bitter wurde es dann im mittlerweile 7. Versuch (über mehrere Tage verteilt), bei dem ich vom Aufleger zwei Züge unter eben erwähnten Henkeln abging. Und naja, dieser Aufleger ist eigentlich nicht einmal schlecht.
Tja sei es wie es sei...alles "wenn" der Welt brachte mir den Rotpunkt nicht wieder...ich bin nun mal gestürzt!

Beim nächsten mal war es dann sogar noch knapper und noch bitterer. War ich das letzte mal noch beim dazugreifen zum Sloper abgegangen so flog ich diesmal noch einen Zug weiter oben aus der Wand, beim letzten " halbwegs schweren" Zug überhaupt, zu einem super Seithenkel..."des gibts jo ned!"
Davids Kommentar dazu: "Du willst as gar ned klettern, oder!" Treffend. :D
Auch insofern treffend, weil ich in der Platte oben raus noch nie herausgeflogen war oder mich ausruhen musste.

Auf alle Fälle konnte ich sie mir dann zum Glück beim nächsten Besuch abholen und war doch verdammt glücklich darüber, weil irgendwie war ich auch schon ein bisschen zornig..

Aber natürlich wollte ich nach diesem Erfolg nicht wieder zurück in die Halle, sondern suchte mir das nächste Projekt...und zwar die direkte Linie namens "John Brown reitet wieder" (7c+).
Und alles in allem geht es mir auch in dieser Route schon recht gut...ich konnte sie immerhin schon mit 1,5 mal sitzen klettern. :)
Die 0,5 mal sitzen ergaben sich wegen der scharfen Leiste in der Ausstiegsplatte, von welcher ich auf den Henkel beim letzten Haken ziehe. Die hatte nämlich meinen Zeigefinger aufgeschnitten und in diesem Versuch hatte ich desahlb einen eingetapten Finger und eben dieses scharfe Biest, schälte mir richtiggehend das Tape herunter und ich musste mich hineinsetzten obwohl ich noch locker geügend Kraft gehabt hätte um die zwei Züge zum Henkel zu machen.

Und all das ist noch nicht sonderlich lange her, seitdem war ich nicht mehr drinnen!

Was ist sonst noch zu sagen? Eiertanz (7a) bin ich geklettert (ebenfalls Peggauer Wand) und Hosenscheißer Charly (7b) (ebenfalls). Beides widerum echt coole Routen. Ein bisschen länger dürften sie sein, aber man kann nicht alles haben..

Und über Silvester war ich in Slowenien und hab mir zum ersten mal Osp, Crni Kal und Misja Pec angesehen. Tolle Gebiete, vor allem Osp und Misja Pec! Leider hab ich allerdings keine Fotos gemacht und  nichts gepunktet.
Ja überhaupt.: sorry, dass in diesen Post keine Bilder integriert sind. Nächstes mal dann wieder: ;)

Also dann: c ya on the rocks...es gibt immer ein Projekterl!!!


Thursday, 7 November 2013

Herbstzeit

Ich wünschte der Post könnte den Namen irgendeiner 8a oder 7c+ Route tragen und von der Geschichte meiner Rotpunkt-Begehung handeln.
Nun, Wünsche werden leider nicht immer wahr, trotzdem hat sich einiges seit meinem letzten Eintrag getan.

Wie schon erwähnt war ich noch ein zweites mal in Kotecnik...ursprünglich war geplant am Freitag Abend anzureisen, um dann zwei Tage lang Gas geben zu können.
Jetzt muss ich aber noch einen Schritt zurückgehen. Nach meinem Durchstieg von "No Remorse" (7c) Anfang September, wollte ich natürlich nochmals neue Akzente setzten. Wer schon die vorigen Einträge gelesen hat weiß, dass besagte Akzente bei mir gewöhnlich zu hoch gesteckt werden. So auch diesmal.
Mein erklärtes Ziel war "Highway-Star" (7c+/8a) im Zigeunerloch.
Schon beim ersten mal projektieren wusste ich, dass dies eine harte Aufgabe wird. Der Einstiegsboulder ist wirklich brutal und war mit meinen gesamten Kletterkünsten nicht zu packen. Auch wenn ich mir schon vorstellen konnte dass der Einstieg noch in diesem Jahr funktioniert hätte, so wollte ich dennoch nicht ewig bzw den gesamten Herbst in einer Route verbringen und außerdem hatte ich auch im oberen Bereich noch eine Stelle die ich nicht wirklich entschlüsseln konnte.
Deshalb hab ich schließlich wieder Abstand von dieser an sich echt coolen Tour genommen.

Aber zurück zu Kotecnik: zu besagter zeit war ich mit Highwaystar noch nicht durch und verausgabte mich am Mittwoch wieder einmal ordentlich im ZigLoch. Am Abend war dannn die Vorbesprechung für den Kotecnik-Ausflug. Dabei bot sich mir spontan die Gelegenheit schon am Do aufzubrechen....nunja da mustte ich nicht zwei mal überlegen!!! Also ging es schon am nächsten Tag los und nach 1,5 Std Autofahrt waren Silvia und ich vor Ort.
Mein Ziel war, eh scho wissen, zu hoch gesteckt und so verliefen die ersten beiden Tage eher unzufriedenstellend. Am dritten Tag, mittlerweile war die ganze Gruppe angekommen, becshloss ich den restlichen Urlaub mit leichteren Routen zu verbringen und zum ersten mal merkte ich, dass das im Urlaub auch wirklich das beste ist. :)
Ich konnte eine 7a im 2. Versuch (Herkules) und am 5. Klettertag in Folge (!) und dementsprechend geschwächt eine 7b im 4. Versuch (Lady) klettern, was mich sehr verwunderte, weil ich mich einfach nur mehr leer gefühlt hatte. Sie war halt nicht so steil und nicht pumpig, wahrscheinlich war es deshalb möglich. Auf alle Fälle hat es mich sehr gefreut! ;)

Zurück in Österreich wollte ich auch hier dieses "leichtere" Klettern weiterführen und ich hatte sowieso noch ein Projekt im Kolosseum (Mixnitz), welches erstbegangen werden musste.
Dieses Projekt war "Engage!" (7b)...eine super Linie, die auch ganz schön überhängt und sich aus 3 Boulderstellen zusammensetzt, dazwischen leichtere Züge an großen Griffen.
Der erste Boulder ist die Wandstelle gleich zu Beginn und ziemlich technisch. Man mantelt sich irgendwie zu einer recht weit entfernten Leiste für rechts.
Die zweite Boulderstelle befindet sich dann schon im überhängenden Teil und löst sich mit einem Heelhook für rechts recht ganz gut auf.
Und tja, der letzte Boulder ist noch ziemlich gemein, weil er zwei Meter vorm Schluss ist.
"Engage!" Hier beginnt die zweite Boulderstelle.


Es ging schon ganz gut, nur flog ich immer beim letzten Boulder bei einem weiten Zug nach links heraus.
Weil ich meine große Herausforderung mit "No Remorse" ohnehin schon hinter mir hatte und es mir nicht so wichtig ist dass unbedingt ich meine Routen erstbehehe ließ ich Florian auch mal hineinklettern. Ich wusste, er kann sie durchaus flashen und gab ihm meine ganze Beta..tja Flash war es leider keiner, aber im zweiten Versuch konnte er sie sich holen. Saugeil Flo...gratuliere! ;D
Zwei oder drei Wochen später hat es dann auch bei mir geklappt (dazwischen war ich nicht mehr dort).

Ansonsten hat sich nicht mehr viel getan, aber ich konnte noch "Just a matter of trust" (7a, 4. Versuch) am Hasenstein und "Tango Nocturno" (7a+) in der Arena klettern.
Letztere übrigens am selben Tag wie "Engage!"...war ein echt gelungener Klettertag...yeah! :D

Jetzt ist die Saison vorrüber...aber ich freue mich schon extremst auf das harte und hoffentlich verletzungsfreie Wintertraining und eine erfolgreiche Saison 2014. Ziele gibts ja genug und nächstes Jahr will ich sie auch realistischer stecken um mehr zu klettern und weniger herumzuhängen.
Das ist was ich jedem raten kann und das zentralste dass ich in disem Jahr lernen durfte...Meter machen macht einfach Spaß!