Thursday, 20 March 2014

Mandala und die niemals endende Saison

Wie im letzten Post beschrieben, war ich Anfang Jänner die Mandala-Variante, bei der man eigentlich genau die 5 schwersten Züge der Originalen auslässt, geklettert.
Schon beim projektieren war damals klar, die Mandala (8a) muss ich auch unbedingt mal klettern.
Als ich dann die Variante erledigt hatte, stieg ich sofort ein, um mir die Schlüsselstelle auszuchecken...nun ja, hart wars! :)
Und da an diesem Tag einfach so viele, ja wirklich sogar zu viele Leute auf der Peggauer Wand waren, blieb es bei einmal hineinklettern und dann flüchteten meine Kollegen und ich in den G-Spot-Sektor.

Harry in "Hosenscheißer Charly" (7b)...diese teilt sich die ersten Meter mit Mandala
Bald darauf bin ich dann nach Spanien geflogen und hab mich deshalb in Peggau nicht blicken lassen. So viel An- und Rückfahrt wollt ich mir bei aller Liebe zur Peggauer Wand nicht antun, vor allem mit den Weltbesten Klettergebieten vor der Nasenspitze. :P

Nach meiner Rückkehr war klar, dass ich an Mandala weiterarbeite. Zuerst war aber mal alles waschelnass in der Heimat, denn wie sich herausstellte hatte ich ganz geschickt und zufällig die zwei schlimmsten Winterwochen, mit ordentlich Schneefall in Südösterreich, unter der spanischen Sonne verbracht. Ich Glückspilz! Ja richtig, ich bin absolut kein Wintermensch. ;)

Aufgrund der Nässe ging es deshalb erst mal zum Hasenstein, wo ich nur die "Geheimagent" kletterte, eine super Route, aber die richtigen Leisten wollen erst mal gefunden werden.
Nun wurde das Wetter aber immer besser und mehr und mehr trocknete alles auf..also gings wieder nach Peggau, und auch wenn der Mandala-Einstieg noch arg nass war, den Schlüsselzug separat konnte ich nun einzuschleifen versuchen.
Das klingt jetzt fast so, als ob er schon gut funktioniert hätte und ich ihn nur perfektionieren hätte müssen. Tatsächlich aber konnte ich diesen einen Zug einfach nicht auflösen...ständig kamen mir die Füße...es war wirklich zum Verzweifeln. Der Dazugreifer in den Schlitz bei der dritten Exe...kein Streß mehr! Der Hinaufägypterer (- cooooles Wort :D -) in die kleine Leiste von der man den Schlüsselzug einleitet...überhaupt kein Problem! Der Schlüsselzug...unmachbar!!!
So ging das 3 Wochen lang dahin. Mittlerweile war die John Brown schon komplett trocken (selbst die linke Zange) und ich war sehr in Versuchung Mandala wieder an den Nagel zu hängen.
Irgendwie wollte mir einfach nicht der Fuß stehen bleiben...ich brachte null Druck auf den rechten Tritt.
Zu sagen ist, ich stehe mit rechts ziemlich weit draußen hinter dem großen Seitgriff der "Hosenscheißer Charly".
Ich konnte zwar immer wieder mal den Zug halten und auch die Füße wieder zur Wand bringen, aber das war einfach zu unsicher für Durchsteigsversuche, als dass ich reale Chancen gehabt hätte.

Irgendwann kam mir dann die glorreiche Erkenntnis, dass es dieses eine mal tatsächlich am Schuh liegen könnte und nicht an eigener Unfähigkeit. Normalerweise klettere ich den Mantis von LaSportiva.
Ich finde das ist ein super Schuh, der im Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar ist und normalerweise stehe ich mit keinem Schuh besser auf den Tritten.
Aber dieser Tritt ist eher wie ein Loch, als wie ne Leiste anzusteigen und deshalb kam mir dann eben der Gedanke, dass ich vielleicht wieder mal meine "Waffenschuhe" auspacken sollte.

Gesagt, getan. Nächstes mal hatte ich sie dabei, stieg ein und kletterte den Schlüsselzug separieret im 1. Versuch ohne dass mir der Fuß gegangen ist. Das war ein riesiger Motivationsboost!!! Ich hatte mich also nicht geirrt, es war tatsächlich eine Frage der Fußbekleidung. :)

Ab jetzt konnten also die scharfen Versuche beginnen, denn alle anderen Züge gingen schon sehr gut...den Ausstieg kannte ich ja sowieso schon von der Variante.
Aber in der ersten Woche wollte ich trotzdem nicht so recht über die Schlüsselstelle drüberkommen.
Bis zum Schlüsselzug ging es sehr gut, aber erneut kam mir immer wieder der rechte Fuß.



Diesmal wusste ich aber, dass es eine Bewegungsfrage bzw eine Frage des möglichst kraftsparenden Hinkletterns war und schließlich war es soweit und ich konnte den Schlüsselzug von unten kommend halten und der Fuß blieb stehen.

Nun wusste ich: das dauert maximal noch zwei Wochen, wenn nichts unerwartetes passiert.
Der Fortschritt der sich nun einstellte war überwältigend. Von Versuch zu Versuch ging es besser.

Am vorletzten Tag flog ich tatsächlich beim Zug zur Leiste, von der ich die vierte (eigentlich 5.) Exe hänge.
Ich hatte gar nicht geglaubt, dass ich bei diesem Zug herausfliegen könnte.
Aber egal...das positive war: ich war soeben zum ersten mal die gesamte Schlüsselstelle durchgeklettert! Geil!

Und kurz gesagt: der nächste tag war der Durchstiegstag. Im ersten versuch flog ich sogar genau einen Zug weiter als am Vortag, beim ich denke leichtesten Zug der ganzen Route (die Hosenscheißer-Züge zu Beginn sind um einiges schwerer) aus der Wand.
Im zweiten Versuch kam ich dann bis zur letzten Schlinge, konnte mit links aber einfach nicht mehr blockieren und versuchte verzweifelterweise dynamisch auf die kleine Leiste weiterzuschnappen, was natürlich nicht funktionierte.
Und dann endlich passte alles. Schlüsselstelle durchgeklettert und fit zum "Rastpunkt" gekommen.Dort extra nochmals auch die linke Hand kurz gecshüttelt und dann die letzten Züge zum Henkel durchziehen und kurze Zeit später überüberüber-glücklich das Top einhängen.

Genial, dieses Gefühl. So eine coole Route, meine erste 8a! Und wer mich kennt der weiß, ich bin recht emotional und impulsiv, deshalb wurde nach dem einhängen mal ordentlich geschrien. Was heißt einmal, drei mal. Ich habs mir nicht verkneiffen können und auch nicht verkneiffen wollen. :P

Aber so schön es ist und auch wenn ich heute am Tag danach immer noch einen fetten Smile aufsetze wenn ich an den gestrigen Durchstieg denke: the show must go on.
Und eines könnt ihr mir glauben: die Projekte gehen mir heuer wieder mal sicher nicht aus!! :)

Ich sag nur: "Let the Mixnitz-Season begin!" Oh yeah..



Friday, 14 February 2014

Margalef 2014

Ich denke, dass wird ein langer Post, also besser anschnallen oder so... :-P
Nein, schmäh ohne...ich werde versuchen mich kurz zu halten!

Bevor ich aber zu meinem Urlaub komme, muss ich der Vollständigkeit halber dennoch aufrollen was sich im Jänner so getan hat.
John Brown, John Brown. So eine coole Route, aber irgendwie war die linke Zange einfach immer feucht, oft sogar nass, so dass ich mich umorientieren musste. Meine Wahl fiel dabei auf die Mandala-Variante, weil sie vom Grad her recht gut in mein Konzept passte und ich dieses Jahr sowieso irgendwann die Mandala angehen wollte/will.
An Eigenständigkeit mangelt es zwar etwas, aber tja es ist Winter, die Peggauer Wand ist nicht so groß und deshalb wird von allen fleißig kombiniert. :)
Die Linie ist schnell beschrieben: Die Hosenscheißer bis zum dritten Bolt hinauf (also nicht nach links zum Mandala-Haken), dann etwas links der Hosenscheißer über den Griff der beim weiten Zug in Mandala andynamisiert wird zu einer guten Leiste (hier 5. Mandala-Bolt clippen) und schließlich ganz normal über die Originale aussteigen.
Alles in allem super Züge! Die Motivation war hoch und die versuche wurden immer besser....am letzten Tag vorm Durchstieg flog ich 4 mal hintereinander am letzten harten Zug vor dem Überstieg hinaus. Es ist schwer zu erklären bei welchem Zug, weil ich mitbekommen habe, dass es hier unzählige Abfolgen gibt, aber es handelt sich im großen und ganzen um einen Zug bei diesem Seitgriff-Loch-Zwicker nach clippen der letzten Schlinge! Ja genau der, ich kanns leider echt ned besser beschreiben, sorry. ;D
Dann kam endlich der Durchstiegstag....es waren unglaublich viele Leute oben (13!!!) und es war sicher einer meiner härtesten Kämpfe. Im oberen Teil wollten mir bei jedem Griff die Finger aufgehen, aber irgendwie hab ich es immer wieder geschafft weiterzugreifen und gerade lange genug festzuhalten um erneut weiterzugreifen. Im entscheidenden Moment wurde ich lautstark angefeuert, was mich schon ziemlich pushte...danke David, das war glaub ich echt das letzte bisschen Motivation alles zu geben, das mir sonst gefehlt hätte..
Fazit: Meine zweite 7c und eine coole Route, die sich durchaus zu klettern lohnt, auch wenn man Hosenscheißer Charly schon hinter sich hat, aber man das Gefühl hat in der Original-Mandala ewig herumprojektieren zu müssen (was an den kurzen Wintertagen sicher nicht das beste ist)!


Und nun zu Katalonien und Margalef:
Auch hier gibt es leider wieder einmal eine kleine und feine Vorgeschichte. :)
Vorigen Februar war ich nämlich schon einmal unten (Siurana und Margalef) bin aber eigentlich nicht wirklich was geklettert im Kletterurlaub (außer ein bissl Bouldern und eine 6a+)...kommt schon bekannt vor, gö! XD
Natürlich hatte ich Gründe. Einer davon war, dass mir den ganzen Urlaub über eiskalt war (12 Tage im Zelt) und ich mich daher nicht zum klettern überwinden konnte, was natürlich ein Teufelskreis war, weil das hätte mich wenigstens ordentlich aufgewärmt!
Deshalb war mein primäres Ziel für heuer klar vorgegeben: KLETTERN!
Ach ja noch etwas. Ich wollte unbedingt wieder hinunter, konnte aber leider niemanden so richtig motivieren, dass er mir fix zusagte, also hab ich einfach Flug und Mietwagen gebucht und bin es alleine angegangen! ;D
Tja und um es kurz zu machen: es war saugeil, ich bin tatsächlich einiges geklettert (zwar nicht schwer aber was solls, das war wie gesagt nicht das Hauptziel) und jeder ambitionierte Kletterer, der dieses geniale Konglomerat an Top-Gebieten (Margalef, Siurana, Montsant uvm) nicht kennt, hat eindeutig schnellstmöglich eine große Bildungslücke zu füllen!! :)
Und jetzt mögen die (leider wenigen) Bilder sprechen...
Denni in einer super 7a namens "Equiparrostolls" im Sektor Cova del Cavall (Raco de les Espadelles)
Cova del Cavall
..oben rechts übers Dach..
Die Abende im Cafe Vernet gehören ebenso dazu! :)
Eine der besten 6b+ die ich bisher geklettert bin..."El free pendo" (Sektor Can Torxa)
Jemand in "Chute emocional" (7b+) im fast endlos langen Sektor Espadelles
Stausee und darunter Campsite
Meine härteste Route in diesem Urlaub: Kagonman (7b) im Sektor Can Gueli....supergenial; unbedingt klettern!
"First Round First Minute" (9b; El Laboratori)....nicht die mit den Exen...rechts davon. ;)
Zelt trocknen am letzten Tag

Friday, 3 January 2014

Wintertraining aka Peggauer Wand

Nach dem von mir selbst gesetzten Saisonende Anfang November machte ich erst einmal eine Woche Pause, naja nicht wirklich Pause, aber ich bin auf alle Fälle nicht viel geklettert und nur leichtes Zeug.
Danach wollte ich wie schon während der letzten beiden Winter ein systematisches Hallentraining mit Bouldern und Seilklettern durchziehen, nach halbwegs sportwissenschaftlichen Methoden (zuerst Muskelaufbauphase mit genau definierten Bouldern im 10 Züge Bereich und danach Intramuskuläre Koordination mit harten, kurzen Bouldern und Campusboard).

Mit meiner Selbstdisziplin ist es aber anscheinend heuer nicht so gut bestellt bzw. will ich einfach mal einen anderen Weg probieren. Deshalb war bald Bouldern und Seilklettern nach Lust und Laune angesagt und nur noch die Trainingstage fixiert.

Irgendwann in dieser nicht sonderlich disziplinierten Phase hat mich dann mein guter Freund Paul  angerufen, ob ich nicht gerne am Wochenende draußen klettern würde. Das Wetter war schön angesagt...und dennoch sagte ich zuerst ab, da ich eigentlich eine Hallenbouldereinheit durchziehen wollte. Tja, keine 3 Minuten später hatte ich es mir anders überlegt!! :)
Seit wann zieh ich den bitte die Halle dem echten Felsen vor?? Das bin doch nicht ich..

Also, war es klar wir schauen hinaus. Aber wohin? Paul hatte ein Projekt in der Fischerwand in Kapfenberg, ich war in Graz und wollte mir eher mal die Peggauer Wand anschauen, die ich bis dato eher gemieden hab, weil und jetzt kommts: mir die Routennamen nicht sonderlich zusagten!!!
Was, ich bin ein Spinner? Ja bin ich!! ;)

Diesmal konnte ich mich aber trotz der Namen dazu aufraffen eben in besagtes Gebiet zu schauen.
Im Führer hatte ich gesehen, dass es eine Kombination aus "John Brown.." und "Dei Oide" namens "Löng Ding" gibt, die bei 7b+ eincheckt. Was richtig hartes wollte ich nicht anprojektieren, es sollte eher bald schaffbar und ein wenig ausdauernd sein.
Ich war sofort begeistert von der Route: keine brutal harten Einzelzüge und die Schlüsselstelle zwischen 3. und 4. Bolt war recht schnell ausgebouldert. Ich rechnete eigentlich damit, mir Löng Ding beim nächsten PeggauerWand Besuch abholen zu können.

Natürlich wenn man einmal draußen war, noch dazu ein lässiges Projekterl hat und schon recht zuversichtlich ist, das bald der Durchstieg vor der Türe steht war die Motivation in die Halle zu gehen nun dementsprechend gering.
Ab nun begann meine "Peggauer-Wand-Zeit". :)
Irgendwie ist sie mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen... coole Routen, eigentlich immer die selben lässigen Leute..ist schon ein wirklich nettes Platzl!!

Aber zurück zum Klettern:
So easy wie ich gedacht hatte war es dann leider doch nicht, denn man braucht doch eine gewisse Ausdauer um zu den Henkeln von Dei Oide am Beginn der Ausstiegsplatte zu gelangen.
Richtig bitter wurde es dann im mittlerweile 7. Versuch (über mehrere Tage verteilt), bei dem ich vom Aufleger zwei Züge unter eben erwähnten Henkeln abging. Und naja, dieser Aufleger ist eigentlich nicht einmal schlecht.
Tja sei es wie es sei...alles "wenn" der Welt brachte mir den Rotpunkt nicht wieder...ich bin nun mal gestürzt!

Beim nächsten mal war es dann sogar noch knapper und noch bitterer. War ich das letzte mal noch beim dazugreifen zum Sloper abgegangen so flog ich diesmal noch einen Zug weiter oben aus der Wand, beim letzten " halbwegs schweren" Zug überhaupt, zu einem super Seithenkel..."des gibts jo ned!"
Davids Kommentar dazu: "Du willst as gar ned klettern, oder!" Treffend. :D
Auch insofern treffend, weil ich in der Platte oben raus noch nie herausgeflogen war oder mich ausruhen musste.

Auf alle Fälle konnte ich sie mir dann zum Glück beim nächsten Besuch abholen und war doch verdammt glücklich darüber, weil irgendwie war ich auch schon ein bisschen zornig..

Aber natürlich wollte ich nach diesem Erfolg nicht wieder zurück in die Halle, sondern suchte mir das nächste Projekt...und zwar die direkte Linie namens "John Brown reitet wieder" (7c+).
Und alles in allem geht es mir auch in dieser Route schon recht gut...ich konnte sie immerhin schon mit 1,5 mal sitzen klettern. :)
Die 0,5 mal sitzen ergaben sich wegen der scharfen Leiste in der Ausstiegsplatte, von welcher ich auf den Henkel beim letzten Haken ziehe. Die hatte nämlich meinen Zeigefinger aufgeschnitten und in diesem Versuch hatte ich desahlb einen eingetapten Finger und eben dieses scharfe Biest, schälte mir richtiggehend das Tape herunter und ich musste mich hineinsetzten obwohl ich noch locker geügend Kraft gehabt hätte um die zwei Züge zum Henkel zu machen.

Und all das ist noch nicht sonderlich lange her, seitdem war ich nicht mehr drinnen!

Was ist sonst noch zu sagen? Eiertanz (7a) bin ich geklettert (ebenfalls Peggauer Wand) und Hosenscheißer Charly (7b) (ebenfalls). Beides widerum echt coole Routen. Ein bisschen länger dürften sie sein, aber man kann nicht alles haben..

Und über Silvester war ich in Slowenien und hab mir zum ersten mal Osp, Crni Kal und Misja Pec angesehen. Tolle Gebiete, vor allem Osp und Misja Pec! Leider hab ich allerdings keine Fotos gemacht und  nichts gepunktet.
Ja überhaupt.: sorry, dass in diesen Post keine Bilder integriert sind. Nächstes mal dann wieder: ;)

Also dann: c ya on the rocks...es gibt immer ein Projekterl!!!


Thursday, 7 November 2013

Herbstzeit

Ich wünschte der Post könnte den Namen irgendeiner 8a oder 7c+ Route tragen und von der Geschichte meiner Rotpunkt-Begehung handeln.
Nun, Wünsche werden leider nicht immer wahr, trotzdem hat sich einiges seit meinem letzten Eintrag getan.

Wie schon erwähnt war ich noch ein zweites mal in Kotecnik...ursprünglich war geplant am Freitag Abend anzureisen, um dann zwei Tage lang Gas geben zu können.
Jetzt muss ich aber noch einen Schritt zurückgehen. Nach meinem Durchstieg von "No Remorse" (7c) Anfang September, wollte ich natürlich nochmals neue Akzente setzten. Wer schon die vorigen Einträge gelesen hat weiß, dass besagte Akzente bei mir gewöhnlich zu hoch gesteckt werden. So auch diesmal.
Mein erklärtes Ziel war "Highway-Star" (7c+/8a) im Zigeunerloch.
Schon beim ersten mal projektieren wusste ich, dass dies eine harte Aufgabe wird. Der Einstiegsboulder ist wirklich brutal und war mit meinen gesamten Kletterkünsten nicht zu packen. Auch wenn ich mir schon vorstellen konnte dass der Einstieg noch in diesem Jahr funktioniert hätte, so wollte ich dennoch nicht ewig bzw den gesamten Herbst in einer Route verbringen und außerdem hatte ich auch im oberen Bereich noch eine Stelle die ich nicht wirklich entschlüsseln konnte.
Deshalb hab ich schließlich wieder Abstand von dieser an sich echt coolen Tour genommen.

Aber zurück zu Kotecnik: zu besagter zeit war ich mit Highwaystar noch nicht durch und verausgabte mich am Mittwoch wieder einmal ordentlich im ZigLoch. Am Abend war dannn die Vorbesprechung für den Kotecnik-Ausflug. Dabei bot sich mir spontan die Gelegenheit schon am Do aufzubrechen....nunja da mustte ich nicht zwei mal überlegen!!! Also ging es schon am nächsten Tag los und nach 1,5 Std Autofahrt waren Silvia und ich vor Ort.
Mein Ziel war, eh scho wissen, zu hoch gesteckt und so verliefen die ersten beiden Tage eher unzufriedenstellend. Am dritten Tag, mittlerweile war die ganze Gruppe angekommen, becshloss ich den restlichen Urlaub mit leichteren Routen zu verbringen und zum ersten mal merkte ich, dass das im Urlaub auch wirklich das beste ist. :)
Ich konnte eine 7a im 2. Versuch (Herkules) und am 5. Klettertag in Folge (!) und dementsprechend geschwächt eine 7b im 4. Versuch (Lady) klettern, was mich sehr verwunderte, weil ich mich einfach nur mehr leer gefühlt hatte. Sie war halt nicht so steil und nicht pumpig, wahrscheinlich war es deshalb möglich. Auf alle Fälle hat es mich sehr gefreut! ;)

Zurück in Österreich wollte ich auch hier dieses "leichtere" Klettern weiterführen und ich hatte sowieso noch ein Projekt im Kolosseum (Mixnitz), welches erstbegangen werden musste.
Dieses Projekt war "Engage!" (7b)...eine super Linie, die auch ganz schön überhängt und sich aus 3 Boulderstellen zusammensetzt, dazwischen leichtere Züge an großen Griffen.
Der erste Boulder ist die Wandstelle gleich zu Beginn und ziemlich technisch. Man mantelt sich irgendwie zu einer recht weit entfernten Leiste für rechts.
Die zweite Boulderstelle befindet sich dann schon im überhängenden Teil und löst sich mit einem Heelhook für rechts recht ganz gut auf.
Und tja, der letzte Boulder ist noch ziemlich gemein, weil er zwei Meter vorm Schluss ist.
"Engage!" Hier beginnt die zweite Boulderstelle.


Es ging schon ganz gut, nur flog ich immer beim letzten Boulder bei einem weiten Zug nach links heraus.
Weil ich meine große Herausforderung mit "No Remorse" ohnehin schon hinter mir hatte und es mir nicht so wichtig ist dass unbedingt ich meine Routen erstbehehe ließ ich Florian auch mal hineinklettern. Ich wusste, er kann sie durchaus flashen und gab ihm meine ganze Beta..tja Flash war es leider keiner, aber im zweiten Versuch konnte er sie sich holen. Saugeil Flo...gratuliere! ;D
Zwei oder drei Wochen später hat es dann auch bei mir geklappt (dazwischen war ich nicht mehr dort).

Ansonsten hat sich nicht mehr viel getan, aber ich konnte noch "Just a matter of trust" (7a, 4. Versuch) am Hasenstein und "Tango Nocturno" (7a+) in der Arena klettern.
Letztere übrigens am selben Tag wie "Engage!"...war ein echt gelungener Klettertag...yeah! :D

Jetzt ist die Saison vorrüber...aber ich freue mich schon extremst auf das harte und hoffentlich verletzungsfreie Wintertraining und eine erfolgreiche Saison 2014. Ziele gibts ja genug und nächstes Jahr will ich sie auch realistischer stecken um mehr zu klettern und weniger herumzuhängen.
Das ist was ich jedem raten kann und das zentralste dass ich in disem Jahr lernen durfte...Meter machen macht einfach Spaß!

Thursday, 26 September 2013

Unten und oben...2013 bisher

Das Jahr 2013 hatte eigentlich gar nicht schlecht begonnen...ich konnte am Häuslberg in Leoben mit Poltergeist (7b+) erneut meine persönlichen Grenzen nach oben verschiebn, nachdem ich schon im Herbst 2012 am selben Platz die Route Zentralfriedhof (7b) punkten konnte und damit meine damals schwerste Route und erste 7b geklettert war.
Zudem hatte ich dieses Jahr schon zwei 7a Boulder geschafft und hatte zudem das Gefühl dass ich noch gar nicht an meiner absoluten Leistungsgrenze geklettert war.

Eine weitere Verbesserung wollte sich aber nicht einstellen, was wohl auch daran lag, dass meine Beziehung in die Brüche gegangen war und mich das ganze doch sehr mitgenommen hat (auch körperlich durch chronische Schlaflosigkeit bzw sehr seichten Schlaf).
Tja, die Zeit heilt alle Wunden und auch das wurde irgendwann besser.

Im Juli ging es dann wieder ins Frankenjura....wieder, weil wir auch schon 2012 dort waren.
Jeder ambitionierte Kletterer wird sich noch an die Hitzewelle im heurigen Sommer erinnern. Und eben diese hatte da schon begonnen. Da meine bevorzugte Wand sich schon recht bald am Vormittag in der Sonne befand, blieb mir nichts anderes übrig, als um 7 Uhr klettern zu gehen, was natürlich sehr förderlich war um mein Schlafdefizit aufzuholen!! (ich bin wie ihr wissen müsst kein Frühaufsteher) ;D

Wie schon immer bisher, versuchte ich mich an viel zu schweren Sachen im Urlaub und kam so nicht wirklich zum klettern...ich weiß wie dumm das klingt und ist. Ich bin aber dabei mich in dieser Hinsicht zu ändern. ;)

Mein erklärtes Ziel war die Hurrikan (7c+) an der Klagemauer. Schnell merkte ich (schon vom hinsehen), dass das ein ganz harter Brocken wird. Also wollte ich mir zuerst einmal die Route Jump (auch noch immerhin 7b+ auf 8m) holen.
Das ausbouldern wollte aber nicht so recht funktionieren, weil ich einfach nicht wusste wie ich mich hinstellen sollte. Kurz gesagt, ich musste auch an dieser Route w.o. geben.
Was mir aber schon ins Auge gesprungen war, war der Klagemauer Quergang (7a fb).
Die Züge gingen ganz gut, wobei mir der Quergang sehr liegt...ist nämlich ziemlich leistig!!
Alles in allem verlief der Urlaub nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte, aber wenigstens den Quergang konnte ich schließlich noch durchklettern und damit meinen dritten Boulder im 7a Grad abhaken.

Zurück in Österreich ging es weiter mit der Hitzewelle. Das Projektieren machte echt keinen Spaß..um 9:20 hatte es zB schon 27°C in Mixnitz!
So kam es dass ich mich immer wieder zum trainieren in den Boulderraum in Kapfenberg bei angenehmen 21° zurückzog.

Aber ich durfte auch ein neues Gebiet erkunden: Kotecnik!
Wir (Gernot, Hari und ich) schlossen und der akademischen Sektion des AV Graz an, die einen Trip nach Slowenien geplant hatten.
Wie sich sofort herausstellte ist Kotecnik ein super Gebiet (mit rund 300 Routen bis 8c).
Leider projektierte ich wieder einmal zu schweres Zeug für einen Urlaub, doch konnte ich am zweiten Tag noch eine 7b (Europa 92) im 4. Versuch klettern. Meine dritte Route in diesem Grad. Coole Sache.
..bei meinem Durchstieg von Europa 92 (7b)


Irgendwann war es dann auch mit der extremen Hitze vorbei und ich konnte endlich scharfe Versuche in meinem Projekt "No Remorse" (7c) im Kolosseum starten.
Ich hatte diesen Wandkomplex Ende 2011 (wieder-)entdeckt und war sofort Feuer und Flamme.
No Remorse ist dabei eine klare Linie entlang einer seichten Verschneidung, die ich im Herbst vorigen Jahres eingebohrt hatte.
Ab dem Absatz nach 3m hat man keinen Rastpunkt mehr und muss wirklich 10m schnell durchziehen.

Die Schlüsselstelle beginnt bei einem guten Griff für die rechte Hand. Nun muss man mit links hochgreifen auf eine Aufleger-Seitleiste, hoch ansteigen und nochmals mit links auf eine noch schlechtere Seitauflegerleiste weiterschnappen. Nun mit rechts auf die erste der Leisten (die man eben noch mit links hatte) und wieder mit links auf einen Seit-Aufleger weiterschnappen. Nun den rechten Fuß herüberziehen und nun zieht der Aufleger recht gut.
Jetzt mit rechts auf eine Zange kreuzen, clippen und mit links auf eigentlich nichts (Struktur) greifen.
Aufstehen, mit links auf ein Auflegerloch (bzw k.A. was das ist), rechten Fuß hoch in der Verschneidung anstellen und mit rechts auf ein Zapferl.
Wiederum clippen, dann mit links auf zwei übereinander liegende Fingerlöcher (als Zange), mit rechts in ein oft feuchtes, aber großes Seit-Loch und schließlich den rechten Fuß in die Gegenwand stellen.
Dann muss man sich nur mehr hochdrücken, schön steigen und hat sodann einen super Aufleger in der Hand, von dem man ein letztes mal hängt und noch ein, zwei Züge zum Top-Zangen-Henkel macht.

Klingt doch eigentlich ganz leicht oder!?!? :)

Hier beginnt die Schlüsselstelle...rechts der gute Griff.


War aber nicht so leicht, weil ich zuerst nur 5 Haken gebohrt hatte und man zumindest einmal ein ziemliches Runout hatte, das im Falle eines Sturzes zu einem Fall auf ein "Bankerl" darunter führen musste.
Nun habe ich ohnehin schon eine riesige Sturzangst und das ganze machte es eben nicht gerade besser und so konnte ich nie wirklich an meine Grenzen gehen.
Nur war mir diese Gefahr zuesrt gar nicht so bewusst, bis mich ein Freund darauf aufmerksam machte. ich wusste schon dass es ein weiter Sturz wäre, aber nicht dass er wirklich ungut enden könnte.
Sei es wie es sei, der 6. Bolt war dann schnell gebohrt und noch am selben Tag schaffte ich die Erstbeheung von No Remorse und war über-überglücklich! Hell yeah! Meine erste 7c!
Es gibt bis dato zwar glaub ich noch keine zweite Begehung, doch ist die Schwierigkeit von quasi bestätigt, weil sich zwei Freunde die Route ebenfalls angesehen haben und der eine schon zwei 8b's gezogen hat und der andere zwei 8a's und eine 8a+.


Nunja, und das ist fast schon der status quo, allerdings waren wir noch einmal in Kotecnik, weil es uns so gefallen hat....aber dazu mehr in meinem nächsten Post. ;)

Die Anfänge

Motiviert von diversen guten Blogs und Homepages von Kletterern aus der Umgebung hat nun auch mich das Fieber gepackt meine Erlebnisse und Trips usw. elektronisch und öffentlich festzuhalten.
Einen irgendwie gearteten tieferen Sinn dafür gibt es nicht..

Nunja, was hat sich nun getan, bzw wie hat eigentlich alles begonnen. Hier ein Kurzüberblick meines bisherigen Kletterlebens:

2005 ging ich meine erste Mehrseillängentour, den Ratengrat Normalweg (III+) zusammen mit meinem Onkel nachdem mir zuvor Seilpartner gefehlt hatten um etwas zu unterenehmen. (..ok ich war auch erst 14 und da dürfen halt viele Gleichaltrige nicht..) Wir waren beide komplette Anfänger (ich hatte mir die Sicherungstechnik selbst aus einem Buch gelernt!) und brauchten ganze 3 Std bis zum Gipfelbuch!!
Dennoch war ich nach meiner ersten Klettertour mehr als nur begeistert.
Die nächsten Jahre kletterte ich meistens nur so 1-2 Routen pro Jahr, erst ab 2008 war ich dann wirklich regelmäßig unterwegs und von nun an wurde es zunehmends alpiner.
Der Bohrhaken wurde von mir zum größten Gegner erklärt und es wurde sich viele brüchige IVer und Ver Routen am Hochschwab und in anderen Gebieten hinaufgefürchtet.
Gängiger Stand damals..
Natürlich wolte ich aber auch in meiner "alpinen Phase" schwerer klettern. Mein Langzeitkletterpartner Gernot war von Anfang an, was die Einstellung zur Absicherung angeht, moderater unterwegs und auch schon immer sehr begeistert vom Sportklettern.
Ebenstein Westwand (IV+)
Er setzte mir dann für 2011 die Bedingung, dass er im alpinen Gelände nur schwerere Dinger mit mir klettern würde, wenn ich zumindest drei VI+ rotpunkt geschafft habe.
Motiviert durch diesen Auftrag, zogen wir im Frühjahr 2011 immer wieder mal hinaus nach Andritz, in die Arena und zur Fischerwand.
Nun, meine drei 6a's hatte ich schnell beisammen: Piazriß (Fischerwand), Totenkirchl Süddost (Andritz) und Frankenjura Gedächntisführe (Arena)....+ schon im Sommer 2010 die Big Easy (Arena)...keine Ahnung wieso ich da Sportklettern war..

Mich hatte nun aber durchaus ein wenig das Sportkletterfieber gepackt und so projektierte ich damals auch die Kathy (6a+) in der Arena an.
Es ging dabei eigentlich ganz gut, nur schaffte ich es 3 mal am Überstieg auf die Platte abzugehen und das demotivierte mich extremst...so sehr sogar, dass ich das Sportklettern wieder komplett an den Nagel hängte!
Anfang August waren wir aber dennoch wieder in der Arena und da ich die "Frankenjura" im Frühjahr nur pinkpoint geklettert war wollte ich mir nun noch den Rotpunkt-Durchstieg holen. (Ja wirklich, so genau hab ich damals zwischen diesen beiden Stilen differenziert) ;)
Gesagt getan, was aber blieb war diese Route die mich im April "gebrochen" hatte: Kathy!
Jetzt hatte mich aber wieder der Ehrgeiz gepackt..ich checkte mir nochmals die Züge aus und beim nächsten Arena-Besuch konnte ich sie endlich punkten.

Und ab da gab es kein Halten mehr für mich (und auch für Gernot).
Sportklettern war nun zu meinem Hauptlebensinhalt geworden und ist es bis heute geblieben. ;)

Da ich nun eh schon mehr zu meinen Anfängen geschreiben habe, als ich eigentlich vorhatte, werde ich zum weiteren Werdegang nichts schreiben sondern gleich direkt in den Sommer 2013 einsteigen.

Dazu mehr im nächsten Eintrag...